Ich habe hier bei Seminaren
schon manches Mal viel Leid erfahren
und habe hier oft, ganz bewußt,
Luft gelassen meinem Frust.
Gar oft schon tat ich schrecklich fauchen
über´n Ablauf, über´s Rauchen.
Oft auch hab ich schon vorgetragen,
womit wir uns herumgeschlagen
thematisch über einen Tag.
Das war nicht selten eine Plag!
Gar mancher Freitag fand kein Ende,
ob Rerum Novarum oder Rente
und manches Mal tauchte ich weg
bei Vorträgen von Pater Beck.
Wer freitags her nach Aschau fährt
und abends nur Gerede hört,
der wird, nach einer Woche schaffen,
zwangsläufig ziemlich rasch erschlaffen.
Seit gestern weiß ich sehr konkret,
daß es auch ganz anders geht!
Gestern gab es Kabarett
und das Programm war nicht nur nett,
es stimmte ein uns - ohne Frage -
auf die Thematik dieser Tage.
Dargebracht von vier Gewächsen,
die sich nennen „Die Stichelhexen“,
wurden Denkanstöße geboten
in Mimik, Gestik und nach Noten.
Besser kann man es nicht machen,
die beste Erholung ist das Lachen!
Danke den Planern des Seminars
und Ihnen für´s Zuhör´n! Viel Spaß noch - das war´s!
Samstag, 28. Januar 1995
Sonntag, 30. Januar 1994
GPS Aschau 1994
GESALLSCHAFTSPOLITISCHES SEMINAR IN ASCHAU VOM 28. - 30. JANUAR 1994
ZUM SCHWERPUNKTTHEMA DES DIÖZESANVERBANDES DER ERZDIÖZESE MÜNCHEN UND FREISING DER
KATH. ARBEITNEHMER-BEWEGUNG
„AUF DEM WEG ZUR ZWEIDRITTELGESELLSCHAFT DIE NEUE ARMUT“
Wie schon all die Jahre zuvor
bitt´ ich Sie, leihen´s mir Ihr Ohr.
Ich möchte nämlich die Thesen,
die im Laufe des Tages gewesen,
gesellschaftspolemisch verwandeln
und leicht humoristisch behandeln.
Es wurde heut´ sehr viel gesprochen -
und das hatte ich schon vorher gerochen,
weil´s in aller Munde jetz´ -
vom sogenannten sozialen Netz.
Ein Netz besteht - wie allbekannt -
aus Löchern, die von allerhand
Fäden sind voneinander getrennt -
wie Strickwerk, wo man es Maschen nennt.
Tatsache ist, in den letzten zwölf Jahren,
seit Schwarz und Gold am Ruder waren,
hat sich die Elastizität
des Netzes kolossal erhöht.
Ein Gumminetz dehnt sich weit mehr,
als ein´s aus Stahl wohl gäbe her,
es dehnt sich umso weiter aus,
je mehr man frachtet in sein Haus.
Und desto größer werd´n die Löcher,
durch die dann fallen noch und nöcher.
Jetzt kann man sagen, daß es reicht:
Das ehern´ Netz ist aufgeweicht!
Ein Weit´res möcht´ich noch besprechen:
Wir alle müssen kräftig blechen,
fahr´n wir für Öl oder Benzin
zu irgendeiner Tankstell´ hin.
Und bei Vielem auf der Welt
kriegt man für das gleiche Geld
nur noch drei Quartel in sein Glas,
wo´s vorher war ´ne ganze Maß.
Unsere Bosse in Wirtschaft und Staat,
von denen es - ach, so viele(!) - hat,
die haben verdient sich einen Orden:
Wir sind zur Dreiquartelgesellschaft geworden!
Beitrag zum bunten Abend des Gesellschaftspoli-tischen Seminars am 30. Januar 1994 in Aschau
ZUM SCHWERPUNKTTHEMA DES DIÖZESANVERBANDES DER ERZDIÖZESE MÜNCHEN UND FREISING DER
KATH. ARBEITNEHMER-BEWEGUNG
„AUF DEM WEG ZUR ZWEIDRITTELGESELLSCHAFT DIE NEUE ARMUT“
Wie schon all die Jahre zuvor
bitt´ ich Sie, leihen´s mir Ihr Ohr.
Ich möchte nämlich die Thesen,
die im Laufe des Tages gewesen,
gesellschaftspolemisch verwandeln
und leicht humoristisch behandeln.
Es wurde heut´ sehr viel gesprochen -
und das hatte ich schon vorher gerochen,
weil´s in aller Munde jetz´ -
vom sogenannten sozialen Netz.
Ein Netz besteht - wie allbekannt -
aus Löchern, die von allerhand
Fäden sind voneinander getrennt -
wie Strickwerk, wo man es Maschen nennt.
Tatsache ist, in den letzten zwölf Jahren,
seit Schwarz und Gold am Ruder waren,
hat sich die Elastizität
des Netzes kolossal erhöht.
Ein Gumminetz dehnt sich weit mehr,
als ein´s aus Stahl wohl gäbe her,
es dehnt sich umso weiter aus,
je mehr man frachtet in sein Haus.
Und desto größer werd´n die Löcher,
durch die dann fallen noch und nöcher.
Jetzt kann man sagen, daß es reicht:
Das ehern´ Netz ist aufgeweicht!
Ein Weit´res möcht´ich noch besprechen:
Wir alle müssen kräftig blechen,
fahr´n wir für Öl oder Benzin
zu irgendeiner Tankstell´ hin.
Und bei Vielem auf der Welt
kriegt man für das gleiche Geld
nur noch drei Quartel in sein Glas,
wo´s vorher war ´ne ganze Maß.
Unsere Bosse in Wirtschaft und Staat,
von denen es - ach, so viele(!) - hat,
die haben verdient sich einen Orden:
Wir sind zur Dreiquartelgesellschaft geworden!
Beitrag zum bunten Abend des Gesellschaftspoli-tischen Seminars am 30. Januar 1994 in Aschau
Montag, 1. April 1991
Karwoche 1991
KULTUR- UND BEGEGNUNGSTAGE 1991 DES INSTITUTUM BOHEMICUM
IM PFARRER-HACKER-HAUS IN FRANKEN BEI WEIßENSTADT VOM 25. 3. BIS ZUM 1. 4. 1991
In diesem Jahr ist gut gelungen
die Änderung der Änderungen!
Das fängt schon am Palmsonntag an,
als man nicht ins Stüberl kann.
Es wird gerade umgebaut
und wir hab’n nur noch doof geschaut.
Mein Vorschlag, daß das Fernsehzimmer
als Stüberl dienen könne, immer,
machte den Meinrad zum Revoluzzer
und obendrein zum Nestbeschmutzer
der schrumpfenden Gilde der Raucher.
Da entfuhr mir ein unfeiner Faucher!
Um mein Gemüt wieder zu trösten,
fuhr ich am Montag mit Erich nach Dresden,
kam dabei auf and’re Gedanken
und kehrte des Abends zurück nach Franken.
Hauschka tat uns dieses lohnen
mit Aphorismen und Rezitationen.
Am Dienstag Morgen, zu mitten der Nacht,
hat uns der Bus zur Grenze gebracht
und dieses Tages erstes Gefühl:
Es war recht kühl!
An der Grenze gab’s keinen Schmerz
und beinahe wurde uns warm um’s Herz;
doch gleich danach in Marienbad
die Mehrzahl von uns gefroren hat.
Lazenske Oplatky, vom Ofen noch warm
erwärmten ein wenig den Magen und Darm,
doch dann mußten wir, am Rande vom Garten,
auf ein paar Leute ziemlich warten.
Ein ganzer Bus mit lauter Seppl
besuchte dann das Hochstift Tepl.
Kalt war’s im Freien, kälter noch drinnen, -
es dauerte, ehe man konnte beginnen,
es dauerte weiter, es nahm kein Ende,
kalt wurden Füße, Nasen und Hände.
Und immer gab es noch eine Strophe.
Es war schon fast eine KATA-Strophe
und die Grabeskälte der eiskalten Gruft
hat mir ganz schön an die Seele gepufft!
Ich suchte verzweifelt nach warmen Gedanken,
dachte an frühere Wochen in Franken -
doch leider, es stellte sich nicht ein
das frohe Gefühl von Geborgensein.
Ich war zerrissen: Heilung suchend -
doch innerlich der Kälte fluchend!
In Karlsbad, in der St. Magdalenen,
taten wir in den Bänken lehnen
und hörten aus des Pfarrers Munde
gar wenig freudenvolle Kunde.
Es gäb’ nur eine Handvoll Christen,
die ander’n seien Atheisten.
Doch die Rasse von Pax-Terrier-Hunden
hat ihr Ende schon gefunden.
Viel später, in der Halle vom Sprudel,
da wurd’ mir wieder wohl, wie dem Pudel,
denn es genügten die Thermen,
den großen Raum - und mich - zu erwärmen.
Es wird, wenn nichts geschieht, zu Mulm,
das Heiligtum Maria Kulm.
Ich seh’, mit großem Unbehagen,
den Zahn der Zeit gar heftig nagen.
Schwarz vom Ruß, so schwarz wie Neger,
das sind die Treppenfiguren in Eger.
Fazit der Kulturfahrt: Mehr kalt, als Kult!
Doch dieses war nicht Walters Schuld!
Zwischendurch ein kleines Quiz,
das sicher leicht zu lösen is’:
Wer ändert öfter: Ein Wettergestalter -
oder der Tagungsleiter Walter?
Es kam ein BMW daher
mit leibhaftigem Staatssekretär,
redegewandt und sehr elitär,
mit Personal, wie dem Chauffeur,
dem Mitarbeiter, sehr seriös,
dem Leibwächter, mit Bart, pompös!
Gründonnerstag erkennt man leicht:
Es wird Spinat mit Ei gereicht
und gäb’s nicht Dr. Vladimir,
wär’s nur noch halb so schön dahier.
Schneefall am Karfreitag Morgen
macht dem Tagungsleiter Sorgen;
doch es war alles nur Gepappel.
Schön war der Kreuzweg rauf zur Kappel.
Und was ist abends noch gewesen?
Wir taten Fusenegger lesen:
Popontius und Pipilatus, Ancilla, Kaiphas, Ananas,
Saulus und der Arzt Longinus - alle hatten daran Spaß!
Alfreds Fleiß und ganzer Stolz
gilt der Stapelung von Holz,
welches mittels PäKaWäh
vom Wald geholt ward in der Näh’.
Ein prächtiges Feuer zur Osternacht
hat allen große Freude gemacht,
und als vorbei die Liturgie,
rannten die Kinder - nix wie hie!
Der Mond ist aufgegangen,
die güldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Mond ist aufgegangen,
es zündeln uns’re Rangen
wie es von eh und je schon war!
Aufgrund von ein paar leisen Klagen
hab’ ich noch etwas nachzutragen:
Man sagt, die Beicht’
macht’s Leben leicht.
Doch, warten müssen, mehr und mehr,
das ist sehr schwer!
Ich frage, ob es Sünde sei,
drängt man an Kleineren vorbei?
Wenn einer drei Stund’ warten muß -
ist das nicht schon ein Akt der Buß’?
Mir bleibt zum Schluß, mich zu bedanken,
für die schönen Tage hier in Franken.
Ich danke dem Walter, den Kinderbetreuern, den musischen Damen Erika und Heidi, den kreativen Damen Anne und Irene, dem Franz und dem Jo-hannes für ihre informativen Beiträge und schließ-lich Euch allen dafür, daß ich von Euch ange-nommen worden bin.
Herzlichen Dank!
31. 3. 1991
Erstmals in diesem Jahr gab es eine Erwiderung:
Heute fühlen wir uns verpflichtet,
für den Otto, der stets für uns gedichtet,
auch einmal ein Gedicht zu wagen
und ihm herzlich Danke zu sagen.
Er hat, was keiner hier bestreitet,
uns jedes Jahr viel Freude bereitet.
Wir haben nur jährlich auf’s neue bedauert,
dass die Abschrift der Werke so schrecklich lang gedauert.
Viel haben wir ihn heuer gequält,
weil wir ständig seine Zigarren gezählt.
Er hat sich für uns, es sei hier vernommen,
auf jeden Fall schwer zusammengenommen.
Dafür wollen wir ihm auch herzlich danken,
nicht nur für die schönen Gedichte aus Franken.
Wir denken, daß Zigarrenenthaltsamkeit
auch seiner Lunge viel Freude bereit’t.
Und dieses Opfer soll ihm geben
Gesundheit und ein langes Leben,
weil wir in jedem Jahr auf’s Neue
uns schon auf seine Gedichte freue’!
Für Otto von einem Unbekannten!!!
Vorgetragen (und verfaßt?) von Ingrid Köhler
IM PFARRER-HACKER-HAUS IN FRANKEN BEI WEIßENSTADT VOM 25. 3. BIS ZUM 1. 4. 1991
In diesem Jahr ist gut gelungen
die Änderung der Änderungen!
Das fängt schon am Palmsonntag an,
als man nicht ins Stüberl kann.
Es wird gerade umgebaut
und wir hab’n nur noch doof geschaut.
Mein Vorschlag, daß das Fernsehzimmer
als Stüberl dienen könne, immer,
machte den Meinrad zum Revoluzzer
und obendrein zum Nestbeschmutzer
der schrumpfenden Gilde der Raucher.
Da entfuhr mir ein unfeiner Faucher!
Um mein Gemüt wieder zu trösten,
fuhr ich am Montag mit Erich nach Dresden,
kam dabei auf and’re Gedanken
und kehrte des Abends zurück nach Franken.
Hauschka tat uns dieses lohnen
mit Aphorismen und Rezitationen.
Am Dienstag Morgen, zu mitten der Nacht,
hat uns der Bus zur Grenze gebracht
und dieses Tages erstes Gefühl:
Es war recht kühl!
An der Grenze gab’s keinen Schmerz
und beinahe wurde uns warm um’s Herz;
doch gleich danach in Marienbad
die Mehrzahl von uns gefroren hat.
Lazenske Oplatky, vom Ofen noch warm
erwärmten ein wenig den Magen und Darm,
doch dann mußten wir, am Rande vom Garten,
auf ein paar Leute ziemlich warten.
Ein ganzer Bus mit lauter Seppl
besuchte dann das Hochstift Tepl.
Kalt war’s im Freien, kälter noch drinnen, -
es dauerte, ehe man konnte beginnen,
es dauerte weiter, es nahm kein Ende,
kalt wurden Füße, Nasen und Hände.
Und immer gab es noch eine Strophe.
Es war schon fast eine KATA-Strophe
und die Grabeskälte der eiskalten Gruft
hat mir ganz schön an die Seele gepufft!
Ich suchte verzweifelt nach warmen Gedanken,
dachte an frühere Wochen in Franken -
doch leider, es stellte sich nicht ein
das frohe Gefühl von Geborgensein.
Ich war zerrissen: Heilung suchend -
doch innerlich der Kälte fluchend!
In Karlsbad, in der St. Magdalenen,
taten wir in den Bänken lehnen
und hörten aus des Pfarrers Munde
gar wenig freudenvolle Kunde.
Es gäb’ nur eine Handvoll Christen,
die ander’n seien Atheisten.
Doch die Rasse von Pax-Terrier-Hunden
hat ihr Ende schon gefunden.
Viel später, in der Halle vom Sprudel,
da wurd’ mir wieder wohl, wie dem Pudel,
denn es genügten die Thermen,
den großen Raum - und mich - zu erwärmen.
Es wird, wenn nichts geschieht, zu Mulm,
das Heiligtum Maria Kulm.
Ich seh’, mit großem Unbehagen,
den Zahn der Zeit gar heftig nagen.
Schwarz vom Ruß, so schwarz wie Neger,
das sind die Treppenfiguren in Eger.
Fazit der Kulturfahrt: Mehr kalt, als Kult!
Doch dieses war nicht Walters Schuld!
Zwischendurch ein kleines Quiz,
das sicher leicht zu lösen is’:
Wer ändert öfter: Ein Wettergestalter -
oder der Tagungsleiter Walter?
Es kam ein BMW daher
mit leibhaftigem Staatssekretär,
redegewandt und sehr elitär,
mit Personal, wie dem Chauffeur,
dem Mitarbeiter, sehr seriös,
dem Leibwächter, mit Bart, pompös!
Gründonnerstag erkennt man leicht:
Es wird Spinat mit Ei gereicht
und gäb’s nicht Dr. Vladimir,
wär’s nur noch halb so schön dahier.
Schneefall am Karfreitag Morgen
macht dem Tagungsleiter Sorgen;
doch es war alles nur Gepappel.
Schön war der Kreuzweg rauf zur Kappel.
Und was ist abends noch gewesen?
Wir taten Fusenegger lesen:
Popontius und Pipilatus, Ancilla, Kaiphas, Ananas,
Saulus und der Arzt Longinus - alle hatten daran Spaß!
Alfreds Fleiß und ganzer Stolz
gilt der Stapelung von Holz,
welches mittels PäKaWäh
vom Wald geholt ward in der Näh’.
Ein prächtiges Feuer zur Osternacht
hat allen große Freude gemacht,
und als vorbei die Liturgie,
rannten die Kinder - nix wie hie!
Der Mond ist aufgegangen,
die güldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Mond ist aufgegangen,
es zündeln uns’re Rangen
wie es von eh und je schon war!
Aufgrund von ein paar leisen Klagen
hab’ ich noch etwas nachzutragen:
Man sagt, die Beicht’
macht’s Leben leicht.
Doch, warten müssen, mehr und mehr,
das ist sehr schwer!
Ich frage, ob es Sünde sei,
drängt man an Kleineren vorbei?
Wenn einer drei Stund’ warten muß -
ist das nicht schon ein Akt der Buß’?
Mir bleibt zum Schluß, mich zu bedanken,
für die schönen Tage hier in Franken.
Ich danke dem Walter, den Kinderbetreuern, den musischen Damen Erika und Heidi, den kreativen Damen Anne und Irene, dem Franz und dem Jo-hannes für ihre informativen Beiträge und schließ-lich Euch allen dafür, daß ich von Euch ange-nommen worden bin.
Herzlichen Dank!
31. 3. 1991
Erstmals in diesem Jahr gab es eine Erwiderung:
Heute fühlen wir uns verpflichtet,
für den Otto, der stets für uns gedichtet,
auch einmal ein Gedicht zu wagen
und ihm herzlich Danke zu sagen.
Er hat, was keiner hier bestreitet,
uns jedes Jahr viel Freude bereitet.
Wir haben nur jährlich auf’s neue bedauert,
dass die Abschrift der Werke so schrecklich lang gedauert.
Viel haben wir ihn heuer gequält,
weil wir ständig seine Zigarren gezählt.
Er hat sich für uns, es sei hier vernommen,
auf jeden Fall schwer zusammengenommen.
Dafür wollen wir ihm auch herzlich danken,
nicht nur für die schönen Gedichte aus Franken.
Wir denken, daß Zigarrenenthaltsamkeit
auch seiner Lunge viel Freude bereit’t.
Und dieses Opfer soll ihm geben
Gesundheit und ein langes Leben,
weil wir in jedem Jahr auf’s Neue
uns schon auf seine Gedichte freue’!
Für Otto von einem Unbekannten!!!
Vorgetragen (und verfaßt?) von Ingrid Köhler
Sonntag, 15. April 1990
Karwoche 1990
KULTUR- UND BEGEGNUNGSTAGE 1990 DES INSTITUTUM BOHEMICUM
IM PFARRER-HACKER-HAUS IN FRANKEN BEI WEIßENSTADT VOM 8. BIS ZUM 16. APRIL 1990
Als wir noch gar nicht abgefahren
und noch im Streß zu Hause waren,
brachte der Briefträger ein Schreiben
zum Lesen und zum Zeit vertreiben.
Da gab es allgemeine Dinge,
was man am besten mit sich bringe,
da gab’s alphabetisch, fast glaubt man’s nicht,
eine fertige Teilnehmerübersicht
und jeder kriegte - völlig neu! - und kühn!!
ein komplettes Wochenprogramm in GRÜN!
Dann war noch ein Zettel - abzutrennen -
um sich als Zonenbesucher zu nennen.
Den schickte ich sogleich zurück,
denn in der Fahrt sah ich mein Glück.
Die Tage, die Wochen vergingen im Nu,
dann fuhr ich auch schon Franken zu.
Diesmal fuhr ich unbeschwert,
hab’ als Leiter aufgehört,
war nur ein ganz kleines Licht -
brauchte mich zu ärgern nicht
und so begann die schöne Zeit!
Frei war ich!!! - Gedankenfreiheit
wollte weiland Marquis Posa.
Als erstes gab’s Programm in ROSA!
Leider, so hörte den Walter ich klagen,
mußte der Pfarrer Rauscher absagen -
und auch sonst sei geändert worden
bedauerte er mit schönen Worten.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Hauschka hat uns zu denken gegeben
mit Adalbert Stifter, sein Werk und sein Leben.
Nachmittags völlig neue Richtung:
Lesungen aus der Arbeiterdichtung.
Am Montag kam auch Augustin -
ein Mann, voll Kraft und edlem Sinn,
körperlich ein junger Alter -
begann gleich als Programmgestalter.
Mit tönenden Worten und herrlichen Bildern
tat er uns Erfurt trefflich schildern.
Ein Gleiches tat er tags darauf:
da rollte er die ganze Zone auf.
Vorher schon, bei Taslers Adalbert
hab’n wir bei ihm Geschichte gehört.
Auch das Dezennium wurde uns klar,
das nur ein Zeitraum von zehn Jahren war.
Am nächsten Tag, zu mitten der Nacht,
da hat man uns das Frühstück gebracht
und bald darauf bestiegen wir den Bus.
Es wär’ zu weit gewesen für „zu Fuß“.
Der Grenzübertritt, einst Schrecken und Schauer
war eine Sache von kurzer Dauer
und fröhlich singend fuhren wir dahin.
Leider war zu viel Tremolo d’rin.
Wir sind in Erfurt angekommen,
Augustin hat die Spitze genommen,
eins, zwei, drei, im Sauseschritt
saust er los, wir sausen mit.
Zuerst sind wir zum Dom gerannt,
den wir vom Dia schon gekannt,
dann hat er uns, weil Zeit geblieben,
noch rasch zum Rathaus hin getrieben
und dann zurück in rascher Hatz,
vorbei am großen Rummelplatz,
die Treppen hinauf zum Doppeltor -
da stand der Führer schon davor.
Der Dom zuerst, dann St. Severus
wurden beschaut nebst Bildern vom Klerus.
Danach hat’s geregnet, wir waren entlassen,
durchschritten die verkomm’nen Gassen
der einst wunderschönen Stadt,
die man um 700 gegründet hat.
Zuerst um Drei, dann um halb Vier,
sollten zu dem Buse wir
wegen Abfahrt pünktlich kommen.
Wir waren da - fragten beklommen:
Was ist „denen“ denn passiert?
Haben „die“ sich wohl verirrt?
Alles harmlos! Wegen Bischofsaudienz
erhielten sie von uns „im Nachhinein“ Dispens.
Zurück nach Franken müssen wir
und inzwischen ist es Vier!
Beinahe hätte ich’s vergessen:
In Weimar sind wir auch gewesen!
Rasch zum Goethe-, zum Schillerhaus,
schon fuhren wir zur Stadt hinaus.
Eines sei noch rasch genannt:
Freundlich lächelnd Fräulein Leutnant!
Ich könnte Euch in wortreichen Bildern
eine Bustoilette schildern,
doch meine ich ernsthaft: Lassen wir das!
Die Fahrt darinnen ist kein Spaß!
Zum langen Tag ein langer Abend,
uns mit Erinnerungen labend,
zuerst mit Bildern, welche stehend,
danach mit solchen, welche gehend.
„Alles in Änderung des Programms!“
sagt Walter - mit der Miene eines Lamms.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Mittags Spinat und abends Fisch
bringt die Küche auf den Tisch
und es bedarf gar keiner Frag’:
Heute ist Gründonnerstag.
Beinahe wäre uns gelungen
ein Tagwerk ohne Änderungen,
doch war der Messtermin sehr spät,
also vorzieh’n, wenn es geht.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Soll man? Oder soll man nicht?
Was denn? Alfons sagt es nicht.
Johannes springt in diese Lücke,
baut dem Alfons eine Brücke.
Danach war dann die Wanderschaft,
auf der man ist mit letzter Kraft
bis nach Weißenstadt geschlendert,
weil man die Route hat geändert.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Der gestrige Tag galt der Vorbereitung,
der Gestaltung und Zubereitung
der festlichen Osterliturgie
und es wurde geschuftet, fragt nicht, wie!
Des Tages Krönung war ein Fest,
das sich nicht leicht vergessen läßt,
so voller Freude und Harmonie -
fast meine ich, so schön war’s nie!
Etwas war neu an diesem Abend:
Als wir zusammen war’n, agapend,
kredenzte Franz, das ist kein Witz,
Kirschlikör und Slivovic.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Heute morgen fuhr die Meute
der diesjährigen Ackerleute
zum Gottesdienst nach Weißenstadt,
was lange Tradition schon hat.
Dort ist lange schon der Brauch,
beim Osterfest, da singt man auch
vierstimmig eine kleine Messe,
die man geübt mit Interesse.
So steigen die Sänger vom Kirchenchor
alle zur Orgelempore empor
und auch von uns sind alle Jahr’
zur Verstärkung dort ein paar.
Erika vergaß die Brille,
doch zu singen war ihr Wille,
also fuhr sie rasch zurück,
um zu hol’n das gute Stück.
Drei Ackermänner und drei -frauen
taten von der Brüstung schauen,
warteten, wie sich das schickt,
bis man das Einsatzzeichen kriegt.
Da war der Bußakt schon vorüber.
Kein Kyrie! Ein Nasenstüber
für den Chor. - Wir sah’n uns an.
Da hat man uns ein Leid’s getan!
GL vierdreiundzwanzig, Credo, sollte
unser nächster Einsatz sein. Roth grollte,
ließ das Credo beten.
Dann erscholl eine Trompeten,
Largo keuchend, welch ein Schrecken!
Der sollte sich vor Scham verstecken!
Doch: Änderungen sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Weil alles einmal enden muß,
komme allmählich ich zum Schluß
und ziehe dieses Resümee:
Fränkisch g’sagt: Die Woch’ war schee!!
Nach Änderung von Änderungen
ist uns die Woche gut gelungen.
Nach dieser Chronique scandaleuse,
für die mir sicher keiner bös’,
folgt nun, um Gutes zu belohnen,
die Laudatio von Personen.
Als Ersten nenne ich Pfarrer Johannes.
Bei ihm, da stimmt’s, ich mein’, er kann es,
er hat sich gründlich vorbereitet
und hat uns geistlich gut geleitet.
Der Walter hat mit sanfter Hand
uns geführt am langen Band,
hat seine Sache gut gemacht,
so wird gelobt er, nicht belacht.
Ihm standen, uns zu leiten,
zwei Damen stets zur Seiten,
die uns, zum guten Gelingen,
exerzierten im Singen.
Vergelt’s Gott Euch beiden,
ich mag Euch gut leiden.
Als dritte wirkte in allen Räumen
Irene bei der Erschaffung von Bäumen.
Auch ihr sei hiermit Dank gebracht,
auch sie hat alles gut gemacht.
Daß wir Alten konnten in Muße
genießen die Zeit der Stille und Buße,
verdanken wir Vieren aus der Jugend,
die die Kinder anhielten zu stetiger Tugend.
Es ist ihnen zumeist gelungen;
dafür sei ihnen Lob gesungen.
Für die schönen Tage in Franken
möchte ich nun allen danken,
denn jeder hat auf seine Weise,
sei es laut oder sei es leise,
zum Gelingen beigetragen.
Dafür möchte Dank ich sagen!
15. April 1990
IM PFARRER-HACKER-HAUS IN FRANKEN BEI WEIßENSTADT VOM 8. BIS ZUM 16. APRIL 1990
Als wir noch gar nicht abgefahren
und noch im Streß zu Hause waren,
brachte der Briefträger ein Schreiben
zum Lesen und zum Zeit vertreiben.
Da gab es allgemeine Dinge,
was man am besten mit sich bringe,
da gab’s alphabetisch, fast glaubt man’s nicht,
eine fertige Teilnehmerübersicht
und jeder kriegte - völlig neu! - und kühn!!
ein komplettes Wochenprogramm in GRÜN!
Dann war noch ein Zettel - abzutrennen -
um sich als Zonenbesucher zu nennen.
Den schickte ich sogleich zurück,
denn in der Fahrt sah ich mein Glück.
Die Tage, die Wochen vergingen im Nu,
dann fuhr ich auch schon Franken zu.
Diesmal fuhr ich unbeschwert,
hab’ als Leiter aufgehört,
war nur ein ganz kleines Licht -
brauchte mich zu ärgern nicht
und so begann die schöne Zeit!
Frei war ich!!! - Gedankenfreiheit
wollte weiland Marquis Posa.
Als erstes gab’s Programm in ROSA!
Leider, so hörte den Walter ich klagen,
mußte der Pfarrer Rauscher absagen -
und auch sonst sei geändert worden
bedauerte er mit schönen Worten.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Hauschka hat uns zu denken gegeben
mit Adalbert Stifter, sein Werk und sein Leben.
Nachmittags völlig neue Richtung:
Lesungen aus der Arbeiterdichtung.
Am Montag kam auch Augustin -
ein Mann, voll Kraft und edlem Sinn,
körperlich ein junger Alter -
begann gleich als Programmgestalter.
Mit tönenden Worten und herrlichen Bildern
tat er uns Erfurt trefflich schildern.
Ein Gleiches tat er tags darauf:
da rollte er die ganze Zone auf.
Vorher schon, bei Taslers Adalbert
hab’n wir bei ihm Geschichte gehört.
Auch das Dezennium wurde uns klar,
das nur ein Zeitraum von zehn Jahren war.
Am nächsten Tag, zu mitten der Nacht,
da hat man uns das Frühstück gebracht
und bald darauf bestiegen wir den Bus.
Es wär’ zu weit gewesen für „zu Fuß“.
Der Grenzübertritt, einst Schrecken und Schauer
war eine Sache von kurzer Dauer
und fröhlich singend fuhren wir dahin.
Leider war zu viel Tremolo d’rin.
Wir sind in Erfurt angekommen,
Augustin hat die Spitze genommen,
eins, zwei, drei, im Sauseschritt
saust er los, wir sausen mit.
Zuerst sind wir zum Dom gerannt,
den wir vom Dia schon gekannt,
dann hat er uns, weil Zeit geblieben,
noch rasch zum Rathaus hin getrieben
und dann zurück in rascher Hatz,
vorbei am großen Rummelplatz,
die Treppen hinauf zum Doppeltor -
da stand der Führer schon davor.
Der Dom zuerst, dann St. Severus
wurden beschaut nebst Bildern vom Klerus.
Danach hat’s geregnet, wir waren entlassen,
durchschritten die verkomm’nen Gassen
der einst wunderschönen Stadt,
die man um 700 gegründet hat.
Zuerst um Drei, dann um halb Vier,
sollten zu dem Buse wir
wegen Abfahrt pünktlich kommen.
Wir waren da - fragten beklommen:
Was ist „denen“ denn passiert?
Haben „die“ sich wohl verirrt?
Alles harmlos! Wegen Bischofsaudienz
erhielten sie von uns „im Nachhinein“ Dispens.
Zurück nach Franken müssen wir
und inzwischen ist es Vier!
Beinahe hätte ich’s vergessen:
In Weimar sind wir auch gewesen!
Rasch zum Goethe-, zum Schillerhaus,
schon fuhren wir zur Stadt hinaus.
Eines sei noch rasch genannt:
Freundlich lächelnd Fräulein Leutnant!
Ich könnte Euch in wortreichen Bildern
eine Bustoilette schildern,
doch meine ich ernsthaft: Lassen wir das!
Die Fahrt darinnen ist kein Spaß!
Zum langen Tag ein langer Abend,
uns mit Erinnerungen labend,
zuerst mit Bildern, welche stehend,
danach mit solchen, welche gehend.
„Alles in Änderung des Programms!“
sagt Walter - mit der Miene eines Lamms.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Mittags Spinat und abends Fisch
bringt die Küche auf den Tisch
und es bedarf gar keiner Frag’:
Heute ist Gründonnerstag.
Beinahe wäre uns gelungen
ein Tagwerk ohne Änderungen,
doch war der Messtermin sehr spät,
also vorzieh’n, wenn es geht.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Soll man? Oder soll man nicht?
Was denn? Alfons sagt es nicht.
Johannes springt in diese Lücke,
baut dem Alfons eine Brücke.
Danach war dann die Wanderschaft,
auf der man ist mit letzter Kraft
bis nach Weißenstadt geschlendert,
weil man die Route hat geändert.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Der gestrige Tag galt der Vorbereitung,
der Gestaltung und Zubereitung
der festlichen Osterliturgie
und es wurde geschuftet, fragt nicht, wie!
Des Tages Krönung war ein Fest,
das sich nicht leicht vergessen läßt,
so voller Freude und Harmonie -
fast meine ich, so schön war’s nie!
Etwas war neu an diesem Abend:
Als wir zusammen war’n, agapend,
kredenzte Franz, das ist kein Witz,
Kirschlikör und Slivovic.
ÄNDERUNGEN sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Heute morgen fuhr die Meute
der diesjährigen Ackerleute
zum Gottesdienst nach Weißenstadt,
was lange Tradition schon hat.
Dort ist lange schon der Brauch,
beim Osterfest, da singt man auch
vierstimmig eine kleine Messe,
die man geübt mit Interesse.
So steigen die Sänger vom Kirchenchor
alle zur Orgelempore empor
und auch von uns sind alle Jahr’
zur Verstärkung dort ein paar.
Erika vergaß die Brille,
doch zu singen war ihr Wille,
also fuhr sie rasch zurück,
um zu hol’n das gute Stück.
Drei Ackermänner und drei -frauen
taten von der Brüstung schauen,
warteten, wie sich das schickt,
bis man das Einsatzzeichen kriegt.
Da war der Bußakt schon vorüber.
Kein Kyrie! Ein Nasenstüber
für den Chor. - Wir sah’n uns an.
Da hat man uns ein Leid’s getan!
GL vierdreiundzwanzig, Credo, sollte
unser nächster Einsatz sein. Roth grollte,
ließ das Credo beten.
Dann erscholl eine Trompeten,
Largo keuchend, welch ein Schrecken!
Der sollte sich vor Scham verstecken!
Doch: Änderungen sind kein Übel:
Schließlich sind wir ja flexibel!
Weil alles einmal enden muß,
komme allmählich ich zum Schluß
und ziehe dieses Resümee:
Fränkisch g’sagt: Die Woch’ war schee!!
Nach Änderung von Änderungen
ist uns die Woche gut gelungen.
Nach dieser Chronique scandaleuse,
für die mir sicher keiner bös’,
folgt nun, um Gutes zu belohnen,
die Laudatio von Personen.
Als Ersten nenne ich Pfarrer Johannes.
Bei ihm, da stimmt’s, ich mein’, er kann es,
er hat sich gründlich vorbereitet
und hat uns geistlich gut geleitet.
Der Walter hat mit sanfter Hand
uns geführt am langen Band,
hat seine Sache gut gemacht,
so wird gelobt er, nicht belacht.
Ihm standen, uns zu leiten,
zwei Damen stets zur Seiten,
die uns, zum guten Gelingen,
exerzierten im Singen.
Vergelt’s Gott Euch beiden,
ich mag Euch gut leiden.
Als dritte wirkte in allen Räumen
Irene bei der Erschaffung von Bäumen.
Auch ihr sei hiermit Dank gebracht,
auch sie hat alles gut gemacht.
Daß wir Alten konnten in Muße
genießen die Zeit der Stille und Buße,
verdanken wir Vieren aus der Jugend,
die die Kinder anhielten zu stetiger Tugend.
Es ist ihnen zumeist gelungen;
dafür sei ihnen Lob gesungen.
Für die schönen Tage in Franken
möchte ich nun allen danken,
denn jeder hat auf seine Weise,
sei es laut oder sei es leise,
zum Gelingen beigetragen.
Dafür möchte Dank ich sagen!
15. April 1990
Sonntag, 26. März 1989
Karwoche 1989
KULTUR- UND BEGEGNUNGSTAGE DER ACKERMANN-GEMEINDE
VOM 19. BIS 27. 3. 1989
Wieder einmal will ich Euch danken
für die schönen Tage in Franken.
Ihr wart - wie gewohnt - so liebenswert,
fast nichts hat die Harmonie gestört.
Sage ich „fast“, so meine ich das,
was etwas beeinträchtigt hat den Spaß:
Ist nämlich um „Punkt“ ein Vortragstermin,
so zieht sich das Kommen unendlich lang hin
und will der Referent schon beinahe schließen,
so kann man jetzt endlich den Letzten begrüßen.
Das sollte sich bessern, ich wünsch’ es mir fest -
weil sich dieses Stören beschreiben kaum läßt.
Erst wartet der Referent noch auf Gäst’,
und blickt ganz freundlich in die Runde,
dann hält er sich am Tische fest
und beginnt die Vortragsrunde.
Kaum hat er damit begonnen,
wird die Türe aufgestoßen
und fünf Sätze sind zerronnen
bis sie wieder ist geschlossen.
Stühle klappern, Stoffe rascheln,
Worte dringen durch die Stille,
stammen von den Plaudertascheln -
nur zu helfen war ihr Wille.
Nun ist wieder etwas Ruh’,
der Referent senkt seine Stimme
und alle hören wieder zu. -
Ein paar vielleicht mit leisem Grimme.
Schon wieder öffnet sich die Tür’-
Stimmenzischeln, Stuhlrumoren -
zwei „Neue“ dröhnen „leis’“ herfür -
jetzt hab’ den Faden ich verloren!
So schleppt der Vortrag sich dahin
und ich gestehe eines ein:
Stört einmal keiner den Vortragstermin,
so schlaf’ ich um so leichter ein.
Vor allem bei den leisen Gesprächen
über die vielen menschlichen Schwächen
im sauerstofflosen, zu kleinen Raum
umfängt mich gar bald ein süßer Traum.
Nicht bei Hauschka, dessen Stimme gewaltig
und gleichermaßen vielgestaltig,
und der das Thema so gut abschoß,
daß ich nicht ein Auge schloß.
Politisch herrscht ein Durcheinander.
Hin und her - wie ein Mäander!
„Mäandrierende Verfahrensweise“
nennt man - politisch - diese Sch....!
(Publikum ergänzt) Danke!
Jetzt aber Schluß mit den bösen Gedanken
zu den schönen Tagen der Karwoche Franken!
Mir bleibt, als Letztes meiner Rede,
zu beschenken jeden und jede,
die sich verdient gemacht um Harmonie,
denn ich will Häschen spielen für sie!
Als erstes ruf’ ich vier Kinderbetreuer,
die sich gestürzt in das Abenteuer,
die andern zu leiten und zu lenken.
Ihrer will ich zuerst gedenken.
Als zweites rufe ich zwei Damen,
Irene und Erika mit Namen,
um mich bei ihnen zu bedanken
für die Gestaltung der Woche hier in Franken.
Als drittes denk’ ich an drei Herr’n.
Alljährlich nach Franken kommen sie gern
und traten sie erst mal durch die Pforte,
sprechen sie meist gewichtige Worte.
Da ist zuerst der Vater Abt,
mit dem wir schon viel Freude gehabt!
An seiner Seite wirkt Johannes.
Man merkt: er will es und er kann es!
Ich nenn’ zuletzt, weil weltlich ganz,
unsern lieben Vater Franz.
Und nun, am Ende der Bescherung,
Danksagung war’s, mit etwas Ehrung,
wünsch’ ich heut’ Abend noch viel Freud’!
Vielen Dank! Das war’s für heut’!
26. 3. 1989
VOM 19. BIS 27. 3. 1989
Wieder einmal will ich Euch danken
für die schönen Tage in Franken.
Ihr wart - wie gewohnt - so liebenswert,
fast nichts hat die Harmonie gestört.
Sage ich „fast“, so meine ich das,
was etwas beeinträchtigt hat den Spaß:
Ist nämlich um „Punkt“ ein Vortragstermin,
so zieht sich das Kommen unendlich lang hin
und will der Referent schon beinahe schließen,
so kann man jetzt endlich den Letzten begrüßen.
Das sollte sich bessern, ich wünsch’ es mir fest -
weil sich dieses Stören beschreiben kaum läßt.
Erst wartet der Referent noch auf Gäst’,
und blickt ganz freundlich in die Runde,
dann hält er sich am Tische fest
und beginnt die Vortragsrunde.
Kaum hat er damit begonnen,
wird die Türe aufgestoßen
und fünf Sätze sind zerronnen
bis sie wieder ist geschlossen.
Stühle klappern, Stoffe rascheln,
Worte dringen durch die Stille,
stammen von den Plaudertascheln -
nur zu helfen war ihr Wille.
Nun ist wieder etwas Ruh’,
der Referent senkt seine Stimme
und alle hören wieder zu. -
Ein paar vielleicht mit leisem Grimme.
Schon wieder öffnet sich die Tür’-
Stimmenzischeln, Stuhlrumoren -
zwei „Neue“ dröhnen „leis’“ herfür -
jetzt hab’ den Faden ich verloren!
So schleppt der Vortrag sich dahin
und ich gestehe eines ein:
Stört einmal keiner den Vortragstermin,
so schlaf’ ich um so leichter ein.
Vor allem bei den leisen Gesprächen
über die vielen menschlichen Schwächen
im sauerstofflosen, zu kleinen Raum
umfängt mich gar bald ein süßer Traum.
Nicht bei Hauschka, dessen Stimme gewaltig
und gleichermaßen vielgestaltig,
und der das Thema so gut abschoß,
daß ich nicht ein Auge schloß.
Politisch herrscht ein Durcheinander.
Hin und her - wie ein Mäander!
„Mäandrierende Verfahrensweise“
nennt man - politisch - diese Sch....!
(Publikum ergänzt) Danke!
Jetzt aber Schluß mit den bösen Gedanken
zu den schönen Tagen der Karwoche Franken!
Mir bleibt, als Letztes meiner Rede,
zu beschenken jeden und jede,
die sich verdient gemacht um Harmonie,
denn ich will Häschen spielen für sie!
Als erstes ruf’ ich vier Kinderbetreuer,
die sich gestürzt in das Abenteuer,
die andern zu leiten und zu lenken.
Ihrer will ich zuerst gedenken.
Als zweites rufe ich zwei Damen,
Irene und Erika mit Namen,
um mich bei ihnen zu bedanken
für die Gestaltung der Woche hier in Franken.
Als drittes denk’ ich an drei Herr’n.
Alljährlich nach Franken kommen sie gern
und traten sie erst mal durch die Pforte,
sprechen sie meist gewichtige Worte.
Da ist zuerst der Vater Abt,
mit dem wir schon viel Freude gehabt!
An seiner Seite wirkt Johannes.
Man merkt: er will es und er kann es!
Ich nenn’ zuletzt, weil weltlich ganz,
unsern lieben Vater Franz.
Und nun, am Ende der Bescherung,
Danksagung war’s, mit etwas Ehrung,
wünsch’ ich heut’ Abend noch viel Freud’!
Vielen Dank! Das war’s für heut’!
26. 3. 1989
Sonntag, 3. April 1988
Karwoche 1988
RÜCKBLICK AUF DIE KULTUR- UND BEGEGNUNGSTAGE
VOM 28. 3. BIS 4. 4. 1988
IM PFR.-HACKER-HAUS IN FRANKEN
Am Montag sind wir hier erschienen,
Freude stand in allen Mienen.
Die Ackermänner mit den -frauen
reisten an aus deutschen Gauen,
um hier Begegnung zu erleben:
Dieses war ihr hehres Streben.
Genauer:
Ein paar Hessen, ein paar Bayern
wollten hier gemeinsam feiern,
wie auch die Jahre vorher schon -
Freude, Entspannung, sei der Lohn.
Nach dem ersten Wiedersehen
begann schon das Programm-Geschehen,
der Abend wurde int’ressant
mit Bildern aus dem Egerland.
Reife Mädchen, reife Bübchen
trafen sich dann im Hackerstübchen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der erste Tag!
Am Dienstag: Erst das alte Schema,
„Gespräch mit Tasler“ war das Thema
und nachmittags, bei Sonnenschein,
wollt’ keiner mehr zuhause sein.
Zwar wollte niemand nach Waldsassen,
keiner wollt’ sich was sagen lassen,
doch jeder fand den Tag ganz schön,
konnt’ er doch, wo er wollt’, hingeh’n.
Am Abend sagte dann der Puste,
das, was er über Rußland wußte.
Er wüßt’ noch mehr, ließ er uns wissen,
doch haben wir aufhören müssen,
weil uns der Durst ins Stüberl trieb.
Auch er kam mit. Das war sehr lieb!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der zweite Tag!
Am Mittwoch war er wieder da,
brachte uns viele Bücher nah’,
die sich mit schlimmer Zeit befassen -
wir hätten ihn fast nicht weg-gelassen.
Was Mittwoch-Nachmittag gewesen,
kann man auch unter Dienstag lesen.
Am Abend „LÖW“, ein wack’rer Mann,
der dem Marxismus den Kampf sagt an.
„Arbeiterpack“, „Proletarierschweine“ -
das spricht wohl für sich selbst alleine
und ist geeignet, daß jeder Marxist
merkt, was er für ein Dummkopf ist.
Nach langer, harter Diskussion -
auf meiner Uhr war’s zehn Uhr schon -
trafen sich die Ackerbübchen
wiederum im Hackerstübchen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der dritte Tag!
Vom nächsten Tag war später zu lesen,
der Löw sei im Hackerhaus gewesen
und habe zwei Beischläfer gehabt,
nämlich mich - und den Vater Abt.
Das Dementi ist parat:
Wir schliefen nur beim Referat.
Ansonsten war Gründonnerstag,
von dem ich jetzt was sagen mag:
Das „GRÜN“ im Namen kommt von „greinen“,
was soviel heißt, wie flennen, weinen,
und nur ein Mensch, der obstinat,
verwechselt GRÜN stets mit SPINAT!
Ein Indianerhäuptling kam
als nächster Punkt in das Programm;
er wollt’ bewahr’n der Erden Schöne
für seine und für uns’re Söhne.
Schon vor hundertdreißig Jahren
tat man sehr mit Käse sparen
und die Moral von der Geschicht’:
Ein Kilo reicht für vierzig nicht!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der vierte Tag!
Am nächsten Tag war dann April.
Aus dem Grund schneite es auch viel
und alles, was schon weggetaut,
wurde auf’s Neue aufgebaut.
Der Kreuzweg fand im Hause statt,
wo’s mehrere Etagen hat
und mancher schnaufte ganz beklommen,
als er ganz oben angekommen.
Mit ausgesuchten, schönen Bildern
tat Erwin die letzten zwei Jahre schildern.
Besonders seine Wolken-Szenen
reizten Zuschauer zu Tränen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der fünfte Tag!
Der Samstag stand im Zeichen der Nacht,
die die Erlösung hat gebracht
und so tat man schon beizeiten
für den Abend vorbereiten.
Liturgie, Gesang und Feuer
sind den Ackermännern teuer
und so herrschte großer Fleiß,
wie stolz ich zu berichten weiß.
Je nun - mit des Wassers Mächten
kann man nicht Verträge flechten.
So brannten Diesel und Benzin -
ein Feuer kriegten wir nicht hin!
Ganz spät noch haben’s ein paar versucht,
doch auch die hab’n mehr geflucht,
denn das Feuer war ein Krampf:
Statt zu lodern - nur viel Dampf!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der sechste Tag!
Am siebten Tage sollst du ruh’n,
du kannst, was immer du willst, gern tun
und ich bin am Ende der Geschichten,
weiß nicht mehr Neues zu berichten.
Nur eines: Am Morgen waren vorhanden
zwei furchtbar lange Schuhgirlanden!
So bleibt mir, mich bei Euch zu bedanken,
für die schönen Tage hier in Franken.
Es war mit Euch ein herrlich Werken,
das tat mir Geist und Seele stärken,
und wieder, wie von ganz allein,
zog Fried’ und Freude in mir ein.
Nunmehr komme ich zum Schluß,
wo ich noch Amtes walten muß:
Zuerst kommt d’ran der Vater Abt,
den wir schon immer lieb gehabt,
denn Liebe kehrt - im Augenblick -
zu ihrem Ausgangspunkt zurück.
Wollte den Vater Abt ich necken,
würd’ sagen ich, ein Licht aufstecken
sei das Symbol von dieser Gabe -
natürlich gebunden in großes Gehabe.
So aber sage ich ganz schlicht,
der Sinn der Gabe ist das Licht,
das über uns’rer Freundschaft schwebt,
die aus der Menschenliebe lebt.
Lieber Vater Abt, möge Sie diese Kerze immer wieder an Ihre Freunde im Hackerhaus zur Oster-zeit erinnern!
Ich setze nun die Amtshandlung fort
und richte an drei Mädchen das Wort.
Dies sind Maria, Ulrike, Sabine,
auf die ich jetzt blicke mit ernster Miene:
Ihr drei habt in wahrhaft goldener Weise
die Kinder geführt im rechten Geleise
und wo auch hervortrat ein kindlicher Schmerz,
da zeigtet Ihr Euer goldenes Herz.
Ich sag es voller Begeisterung:
Ihr ward die Mittler von Alt und Jung
und Euch verdanken wir sehr viel,
denn Ihr habt geholfen, zu finden das Ziel:
Das Ziel? Für jeden Fried’ und Freud’,
Friede sei ihr erst Geläut’!
(Glocken fassen,
klingen lassen!)
Für jede von Euch eine Glocke von Gold,
für ein goldenes Herz die-sen goldenen Sold!
(Glocken umhängen)
Herzlichen Dank!
3. 4. 1988
VOM 28. 3. BIS 4. 4. 1988
IM PFR.-HACKER-HAUS IN FRANKEN
Am Montag sind wir hier erschienen,
Freude stand in allen Mienen.
Die Ackermänner mit den -frauen
reisten an aus deutschen Gauen,
um hier Begegnung zu erleben:
Dieses war ihr hehres Streben.
Genauer:
Ein paar Hessen, ein paar Bayern
wollten hier gemeinsam feiern,
wie auch die Jahre vorher schon -
Freude, Entspannung, sei der Lohn.
Nach dem ersten Wiedersehen
begann schon das Programm-Geschehen,
der Abend wurde int’ressant
mit Bildern aus dem Egerland.
Reife Mädchen, reife Bübchen
trafen sich dann im Hackerstübchen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der erste Tag!
Am Dienstag: Erst das alte Schema,
„Gespräch mit Tasler“ war das Thema
und nachmittags, bei Sonnenschein,
wollt’ keiner mehr zuhause sein.
Zwar wollte niemand nach Waldsassen,
keiner wollt’ sich was sagen lassen,
doch jeder fand den Tag ganz schön,
konnt’ er doch, wo er wollt’, hingeh’n.
Am Abend sagte dann der Puste,
das, was er über Rußland wußte.
Er wüßt’ noch mehr, ließ er uns wissen,
doch haben wir aufhören müssen,
weil uns der Durst ins Stüberl trieb.
Auch er kam mit. Das war sehr lieb!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der zweite Tag!
Am Mittwoch war er wieder da,
brachte uns viele Bücher nah’,
die sich mit schlimmer Zeit befassen -
wir hätten ihn fast nicht weg-gelassen.
Was Mittwoch-Nachmittag gewesen,
kann man auch unter Dienstag lesen.
Am Abend „LÖW“, ein wack’rer Mann,
der dem Marxismus den Kampf sagt an.
„Arbeiterpack“, „Proletarierschweine“ -
das spricht wohl für sich selbst alleine
und ist geeignet, daß jeder Marxist
merkt, was er für ein Dummkopf ist.
Nach langer, harter Diskussion -
auf meiner Uhr war’s zehn Uhr schon -
trafen sich die Ackerbübchen
wiederum im Hackerstübchen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der dritte Tag!
Vom nächsten Tag war später zu lesen,
der Löw sei im Hackerhaus gewesen
und habe zwei Beischläfer gehabt,
nämlich mich - und den Vater Abt.
Das Dementi ist parat:
Wir schliefen nur beim Referat.
Ansonsten war Gründonnerstag,
von dem ich jetzt was sagen mag:
Das „GRÜN“ im Namen kommt von „greinen“,
was soviel heißt, wie flennen, weinen,
und nur ein Mensch, der obstinat,
verwechselt GRÜN stets mit SPINAT!
Ein Indianerhäuptling kam
als nächster Punkt in das Programm;
er wollt’ bewahr’n der Erden Schöne
für seine und für uns’re Söhne.
Schon vor hundertdreißig Jahren
tat man sehr mit Käse sparen
und die Moral von der Geschicht’:
Ein Kilo reicht für vierzig nicht!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der vierte Tag!
Am nächsten Tag war dann April.
Aus dem Grund schneite es auch viel
und alles, was schon weggetaut,
wurde auf’s Neue aufgebaut.
Der Kreuzweg fand im Hause statt,
wo’s mehrere Etagen hat
und mancher schnaufte ganz beklommen,
als er ganz oben angekommen.
Mit ausgesuchten, schönen Bildern
tat Erwin die letzten zwei Jahre schildern.
Besonders seine Wolken-Szenen
reizten Zuschauer zu Tränen.
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der fünfte Tag!
Der Samstag stand im Zeichen der Nacht,
die die Erlösung hat gebracht
und so tat man schon beizeiten
für den Abend vorbereiten.
Liturgie, Gesang und Feuer
sind den Ackermännern teuer
und so herrschte großer Fleiß,
wie stolz ich zu berichten weiß.
Je nun - mit des Wassers Mächten
kann man nicht Verträge flechten.
So brannten Diesel und Benzin -
ein Feuer kriegten wir nicht hin!
Ganz spät noch haben’s ein paar versucht,
doch auch die hab’n mehr geflucht,
denn das Feuer war ein Krampf:
Statt zu lodern - nur viel Dampf!
Auf daß es jeder merken mag:
Dieses war der sechste Tag!
Am siebten Tage sollst du ruh’n,
du kannst, was immer du willst, gern tun
und ich bin am Ende der Geschichten,
weiß nicht mehr Neues zu berichten.
Nur eines: Am Morgen waren vorhanden
zwei furchtbar lange Schuhgirlanden!
So bleibt mir, mich bei Euch zu bedanken,
für die schönen Tage hier in Franken.
Es war mit Euch ein herrlich Werken,
das tat mir Geist und Seele stärken,
und wieder, wie von ganz allein,
zog Fried’ und Freude in mir ein.
Nunmehr komme ich zum Schluß,
wo ich noch Amtes walten muß:
Zuerst kommt d’ran der Vater Abt,
den wir schon immer lieb gehabt,
denn Liebe kehrt - im Augenblick -
zu ihrem Ausgangspunkt zurück.
Wollte den Vater Abt ich necken,
würd’ sagen ich, ein Licht aufstecken
sei das Symbol von dieser Gabe -
natürlich gebunden in großes Gehabe.
So aber sage ich ganz schlicht,
der Sinn der Gabe ist das Licht,
das über uns’rer Freundschaft schwebt,
die aus der Menschenliebe lebt.
Lieber Vater Abt, möge Sie diese Kerze immer wieder an Ihre Freunde im Hackerhaus zur Oster-zeit erinnern!
Ich setze nun die Amtshandlung fort
und richte an drei Mädchen das Wort.
Dies sind Maria, Ulrike, Sabine,
auf die ich jetzt blicke mit ernster Miene:
Ihr drei habt in wahrhaft goldener Weise
die Kinder geführt im rechten Geleise
und wo auch hervortrat ein kindlicher Schmerz,
da zeigtet Ihr Euer goldenes Herz.
Ich sag es voller Begeisterung:
Ihr ward die Mittler von Alt und Jung
und Euch verdanken wir sehr viel,
denn Ihr habt geholfen, zu finden das Ziel:
Das Ziel? Für jeden Fried’ und Freud’,
Friede sei ihr erst Geläut’!
(Glocken fassen,
klingen lassen!)
Für jede von Euch eine Glocke von Gold,
für ein goldenes Herz die-sen goldenen Sold!
(Glocken umhängen)
Herzlichen Dank!
3. 4. 1988
Sonntag, 19. April 1987
Karwoche 1987
RÜCKBLICK AUF DIE KULTUR UND BEGEGNUNGSTAGE
VOM 13. BIS 20. 4. 1987
IM PFR.-HACKER-HAUS IN FRANKEN
Vor Wochen schon, Franz kann’s bezeugen,
tat ich von München nach Franken äugen
und bot mich selbstverständlich an,
zu machen den Programm-Fahrplan.
Soweit, so gut - das war nicht schwer,
es half mir mein Computer sehr,
denn er hat inwendig gespeichert,
was uns in früher’n Jahr’n bereichert.
Nun kommt’s: In einem Anfall von Bewegung
sagt’ ich: „Ich mach’ auch die Belegung.“
Franz nahm es freundlich lächelnd an,
weil er davon schon singen kann.
Ich fing an, ganz fröhlich zu belegen,
tat Namen hierhin und dorthin bewegen
und hatte dann, nach ein paar Stunden,
auch schon die beste Lösung gefunden.
Zufrieden, daß das Werk gelungen,
hab’ ich gefreut mich und gesungen:
„Endlich ein Belegungsplan,
wie man ihn besser nicht haben kann!“
Am Tag darauf erhielt ich Bescheid:
die einen woll’n dahin - die andern zu Zweit -
und dann sollt’ ich auch noch den Wunsch vermerken -
Zahnknirschend ging ich erneut ans Werken.
Nun gut - was soll’s - es wär’ gelacht -
Dann war der Plan erneut gemacht
und tags darauf - das war am achten -
übergab ich den Plan, den neu gemachten.
Nun kann ja gar nichts mehr passieren,
froh kann nach Franken ich marschieren,
denn alles, was mich einst genervt,
hab’ ich bedacht schon und entschärft.
Der Montag kam, früh stand ich auf,
dann nahm das Unglück seinen Lauf.
Alles, was nur schief geh’n kann, ging schief
und als dann mein Auto gen Franken lief,
und als ich im Geist schon als Sieger dastand,
die Belegungsliste fest in der Hand,
da sprach mein Keilriemen recht heiter:
„Bis hierher tat ich’s - und nicht weiter!“
Statt als erster - in Gedanken -
kam ich als letzter fast nach Franken
und was mein ganzer Stolz gewesen,
das war nun Schrott - war zum Vergessen!
Frau Müller startet den Versuch,
mir die Belegung neu zu lassen.
Doch mir entringt sich nur ein Fluch,
ich kann’s noch gar nicht recht erfassen.
Zweimal hab’ ich den Plan gemacht,
hab’ alle Wünsche eingebracht
und kaum in Franken eingetroffen
ist alles schlecht. Bin ich besoffen?
„Zweimal“, sprach ich, „hab’ ich’s getan.
Das reicht für den Belegungsplan
und keiner komme, mich zu bitten,
den Plan zu machen jetzt zum Dritten!“
Ich bat um meinen Zimmerschlüssel,
schnaubte zornig aus dem Rüssel
und ging davon als Sieger - vermeintlich -
bald darauf war’s mir dann peinlich.
Frau Müller kann doch nichts dafür,
sprach ich zu mir, du Ungetier. -
Doch war ich müde von der Fahrt
- und zornig noch - hab’ mir’s erspart.
Mehr zum Montag ich nicht mehr sag’,
es folgt, Ihr wißt es schon, der Dienstag.
Vom Dienstag ist fast nichts zu sagen,
es gab keinen Ärger und keine Plagen,
ein Tag so harmonisch, so freundlich und schön,
wär’ da nicht Schreckliches gescheh’n:
Ein Kaffeelöffel kam vor mein Auge
und ins Ohr drang die Frage, ob der denn noch tauge,
und im ersten Moment sah ich auch nicht viel -
doch dann fiel mir auf der gedrehte Stiel.
Fürwahr ein Kunststück, ein Meisterwerk!
Doch Frau Müller standen die Haare zu Berg.
Ich meine, der Löffel zur Schlankheitskur -
denn, richtig gehalten, bekommst du nur
Luft in den Kaffee, statt Zucker, der dick macht
und so hab’ ich für’s erste mal kräftig gelacht.
Bald schon war der Täter gestellt,
die Myriam hat’s ihrer Mutter gemeld’t,
wer der Drehkünstler war aus dem Ackermann-Kreis.
Frau Müller zeigt, als letzten Beweis,
die letzte Rechnung. Neunzig Pfennig
kostet ein Löffel; das ist nicht wenig,
denn bei zwei Dutzend verbogenen Stücken
muß man schon tief in die Geldbörse blicken
und das, was meistens reichlich fehlt,
ist etwas mehr vom Taschengeld.
So hab’ ich - ich muß es hier gesteh’n,
den Werner schon manchmal froher geseh’n.
Der Mittwoch folgt, so ist der Lauf,
und kurz nach Mitternacht standen wir auf
und gingen zum Frühstück mit Augen noch zu,
und dann kam der Bus - Einstieg - Tür zu -
und bald schon wurde uns, ach, so bang!
Dauert es wohl an der Grenze recht lang?
Wider alle Erfahrung ging’s schnell.
Ach, wär’ nur der Himmel ein wenig mehr hell!
Es ist halt der Mensch auf Erden hienieden
leider mit fast gar nichts zufrieden.
Beeindruckt hat der Stöckl in Eger,
nachdem wir, wie die nackten Neger,
vergebens Einlaß suchten - ei der Daus! -
in die schöne Kirche St. Nikolaus.
Schloß Königswart war reichlich trist,
weil es zumeist geschlossen ist.
Beinahe war der Bus zu hoch -
aber dann sahen wir es doch!
Marienbad war int’ressant,
vor allem jene Schnabelbecher,
woraus die stillen Wasserzecher
Gesundheit schlürfen, wie bekannt.
Petschau wurde nur berührt.
Hier sag’ ich es ungeniert:
Als die Burg vor uns erschien,
hatte ich kein’n Film mehr drin.
Könige und Fürsten, vielleicht Stradivari,
Goethe zwölfmal, war’n in Karlovi Vary.
Auch wir waren da und haben - leicht verschreckt -
die „Lazenske-Oplatky-Währung“ entdeckt.
Maria Kulm war die nächste Station,
ein Schmuckstück, das so verwahrlost ist schon,
daß nicht der Pfarrer und sein bester Mann
den weiter’n Verfall noch aufhalten kann.
Dann wurde es Abend - wir kamen zum Zoll,
einige hatten die Hose randvoll,
doch dann ging es schnell und wir atmeten auf.
Nach Franken rollte der Bus in fröhlichem Lauf.
Vom Donnerstag gibt’s nichts zu sagen.
Er war nur ein Glied in der Kette von Tagen,
die uns verschweißt zu fröhlicher Runde
und woran unsere Seele gesunde.
Der Freitag war voll Neuigkeiten.
Man tat sich gründlich vorbereiten.
So war er schließlich ganz gelungen,
nach Änderung der Änderungen.
Der Sams-Tag war der erste Warme,
an dem die Sonne sich erbarme
die Strahlen zu schicken nach Franken,
zu wärmen den Bauch und die Gedanken.
Der Abend brachte ein großes Erleben:
Es hat eine richtige Taufe gegeben,
mit Firmung danach und gemütlicher Feier -
so schön, wie symbolische Ostereier.
Nur eines hat mich ein wenig gestört -
das gab’s bisher nie, das war unerhört:
Fast alle im Bett schon - bis auf die Braven -
da spricht der Franz: „Steht auf! Geht schlafen!“
Der Sonntag sieht uns in froher Rund’,
keiner war krank heuer, alle gesund,
und wehmütig denkt man voller Verdruß,
daß man ja morgen schon heimfahren muß.
Vorbei sind die Tage, die schönen, von Franken.
Mir bleibt, mich bei Euch recht herzlich zu bedanken.
Ihr habt mir geholfen, die Woche zu gestalten,
und ich meine Euch alle - die Neuen und die Alten.
Ihr habt mir auch diesmal so Vieles gegeben:
Gemeinsame Freude, gemeinsames Erleben.
So sage ich Dank, es war wunderschön! -
Im nächsten Jahr: „Auf Wiederseh’n!“
19. 4. 1987
VOM 13. BIS 20. 4. 1987
IM PFR.-HACKER-HAUS IN FRANKEN
Vor Wochen schon, Franz kann’s bezeugen,
tat ich von München nach Franken äugen
und bot mich selbstverständlich an,
zu machen den Programm-Fahrplan.
Soweit, so gut - das war nicht schwer,
es half mir mein Computer sehr,
denn er hat inwendig gespeichert,
was uns in früher’n Jahr’n bereichert.
Nun kommt’s: In einem Anfall von Bewegung
sagt’ ich: „Ich mach’ auch die Belegung.“
Franz nahm es freundlich lächelnd an,
weil er davon schon singen kann.
Ich fing an, ganz fröhlich zu belegen,
tat Namen hierhin und dorthin bewegen
und hatte dann, nach ein paar Stunden,
auch schon die beste Lösung gefunden.
Zufrieden, daß das Werk gelungen,
hab’ ich gefreut mich und gesungen:
„Endlich ein Belegungsplan,
wie man ihn besser nicht haben kann!“
Am Tag darauf erhielt ich Bescheid:
die einen woll’n dahin - die andern zu Zweit -
und dann sollt’ ich auch noch den Wunsch vermerken -
Zahnknirschend ging ich erneut ans Werken.
Nun gut - was soll’s - es wär’ gelacht -
Dann war der Plan erneut gemacht
und tags darauf - das war am achten -
übergab ich den Plan, den neu gemachten.
Nun kann ja gar nichts mehr passieren,
froh kann nach Franken ich marschieren,
denn alles, was mich einst genervt,
hab’ ich bedacht schon und entschärft.
Der Montag kam, früh stand ich auf,
dann nahm das Unglück seinen Lauf.
Alles, was nur schief geh’n kann, ging schief
und als dann mein Auto gen Franken lief,
und als ich im Geist schon als Sieger dastand,
die Belegungsliste fest in der Hand,
da sprach mein Keilriemen recht heiter:
„Bis hierher tat ich’s - und nicht weiter!“
Statt als erster - in Gedanken -
kam ich als letzter fast nach Franken
und was mein ganzer Stolz gewesen,
das war nun Schrott - war zum Vergessen!
Frau Müller startet den Versuch,
mir die Belegung neu zu lassen.
Doch mir entringt sich nur ein Fluch,
ich kann’s noch gar nicht recht erfassen.
Zweimal hab’ ich den Plan gemacht,
hab’ alle Wünsche eingebracht
und kaum in Franken eingetroffen
ist alles schlecht. Bin ich besoffen?
„Zweimal“, sprach ich, „hab’ ich’s getan.
Das reicht für den Belegungsplan
und keiner komme, mich zu bitten,
den Plan zu machen jetzt zum Dritten!“
Ich bat um meinen Zimmerschlüssel,
schnaubte zornig aus dem Rüssel
und ging davon als Sieger - vermeintlich -
bald darauf war’s mir dann peinlich.
Frau Müller kann doch nichts dafür,
sprach ich zu mir, du Ungetier. -
Doch war ich müde von der Fahrt
- und zornig noch - hab’ mir’s erspart.
Mehr zum Montag ich nicht mehr sag’,
es folgt, Ihr wißt es schon, der Dienstag.
Vom Dienstag ist fast nichts zu sagen,
es gab keinen Ärger und keine Plagen,
ein Tag so harmonisch, so freundlich und schön,
wär’ da nicht Schreckliches gescheh’n:
Ein Kaffeelöffel kam vor mein Auge
und ins Ohr drang die Frage, ob der denn noch tauge,
und im ersten Moment sah ich auch nicht viel -
doch dann fiel mir auf der gedrehte Stiel.
Fürwahr ein Kunststück, ein Meisterwerk!
Doch Frau Müller standen die Haare zu Berg.
Ich meine, der Löffel zur Schlankheitskur -
denn, richtig gehalten, bekommst du nur
Luft in den Kaffee, statt Zucker, der dick macht
und so hab’ ich für’s erste mal kräftig gelacht.
Bald schon war der Täter gestellt,
die Myriam hat’s ihrer Mutter gemeld’t,
wer der Drehkünstler war aus dem Ackermann-Kreis.
Frau Müller zeigt, als letzten Beweis,
die letzte Rechnung. Neunzig Pfennig
kostet ein Löffel; das ist nicht wenig,
denn bei zwei Dutzend verbogenen Stücken
muß man schon tief in die Geldbörse blicken
und das, was meistens reichlich fehlt,
ist etwas mehr vom Taschengeld.
So hab’ ich - ich muß es hier gesteh’n,
den Werner schon manchmal froher geseh’n.
Der Mittwoch folgt, so ist der Lauf,
und kurz nach Mitternacht standen wir auf
und gingen zum Frühstück mit Augen noch zu,
und dann kam der Bus - Einstieg - Tür zu -
und bald schon wurde uns, ach, so bang!
Dauert es wohl an der Grenze recht lang?
Wider alle Erfahrung ging’s schnell.
Ach, wär’ nur der Himmel ein wenig mehr hell!
Es ist halt der Mensch auf Erden hienieden
leider mit fast gar nichts zufrieden.
Beeindruckt hat der Stöckl in Eger,
nachdem wir, wie die nackten Neger,
vergebens Einlaß suchten - ei der Daus! -
in die schöne Kirche St. Nikolaus.
Schloß Königswart war reichlich trist,
weil es zumeist geschlossen ist.
Beinahe war der Bus zu hoch -
aber dann sahen wir es doch!
Marienbad war int’ressant,
vor allem jene Schnabelbecher,
woraus die stillen Wasserzecher
Gesundheit schlürfen, wie bekannt.
Petschau wurde nur berührt.
Hier sag’ ich es ungeniert:
Als die Burg vor uns erschien,
hatte ich kein’n Film mehr drin.
Könige und Fürsten, vielleicht Stradivari,
Goethe zwölfmal, war’n in Karlovi Vary.
Auch wir waren da und haben - leicht verschreckt -
die „Lazenske-Oplatky-Währung“ entdeckt.
Maria Kulm war die nächste Station,
ein Schmuckstück, das so verwahrlost ist schon,
daß nicht der Pfarrer und sein bester Mann
den weiter’n Verfall noch aufhalten kann.
Dann wurde es Abend - wir kamen zum Zoll,
einige hatten die Hose randvoll,
doch dann ging es schnell und wir atmeten auf.
Nach Franken rollte der Bus in fröhlichem Lauf.
Vom Donnerstag gibt’s nichts zu sagen.
Er war nur ein Glied in der Kette von Tagen,
die uns verschweißt zu fröhlicher Runde
und woran unsere Seele gesunde.
Der Freitag war voll Neuigkeiten.
Man tat sich gründlich vorbereiten.
So war er schließlich ganz gelungen,
nach Änderung der Änderungen.
Der Sams-Tag war der erste Warme,
an dem die Sonne sich erbarme
die Strahlen zu schicken nach Franken,
zu wärmen den Bauch und die Gedanken.
Der Abend brachte ein großes Erleben:
Es hat eine richtige Taufe gegeben,
mit Firmung danach und gemütlicher Feier -
so schön, wie symbolische Ostereier.
Nur eines hat mich ein wenig gestört -
das gab’s bisher nie, das war unerhört:
Fast alle im Bett schon - bis auf die Braven -
da spricht der Franz: „Steht auf! Geht schlafen!“
Der Sonntag sieht uns in froher Rund’,
keiner war krank heuer, alle gesund,
und wehmütig denkt man voller Verdruß,
daß man ja morgen schon heimfahren muß.
Vorbei sind die Tage, die schönen, von Franken.
Mir bleibt, mich bei Euch recht herzlich zu bedanken.
Ihr habt mir geholfen, die Woche zu gestalten,
und ich meine Euch alle - die Neuen und die Alten.
Ihr habt mir auch diesmal so Vieles gegeben:
Gemeinsame Freude, gemeinsames Erleben.
So sage ich Dank, es war wunderschön! -
Im nächsten Jahr: „Auf Wiederseh’n!“
19. 4. 1987
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