Sehr verehrte Damen und Herr’n!
Hier stehe ich und hätte gern -
rückblickend auf die letzte Woche,
quasi als fertige Epoche -
mit ein paar Versen, selbstgemacht,
einige Dinge dargebracht.
Am Samstag kamen wir hier an,
gemischt, als Kind und Frau und Mann
und haben schnell Quartier bezogen.
(Auch war das Wetter uns gewogen.)
Wir war’n im Pfarrer-Hacker-Haus
und packten uns’re Koffer aus.
Der Sonntag zeigte sich mit Sonne
und lockte uns hinaus - o Wonne -
in die strahlende Natur.
Eine ganze Kolonne fuhr
zum Fichtelsee, ging dort spazieren,
tat eifrig Waldluft inhalieren.
Am Abend erfreuten uns Sänger von Rang
mittels Platten mit ihrem schönen Gesang.
Auch wir übten täglich gemeinsames Singen,
wollt’s uns auch oft nicht recht gelingen.
Singe, wem Gesang gegeben,
Gesang verschönt das ganze Leben -
und so ist auch kein Tag vergangen,
an dem wir nicht gemeinsam sangen.
Was wir versäumt am Vormittag,
holten wir abends im Stüberl nach.
Dort hatte Dienst das Paar vom Tage,
doch war das, glaub’ ich, keine Plage.
Am Montag fuhren wir erfreut
durch das Örtchen Konnersreuth,
besuchten dort die Grabesstätt’,
der Therese letztes Bett.
Und in der Bibliothek Waldsassen,
wo wir alles um uns vergaßen,
sogar das Fotografierverbot,
hatten zwei Schwestern mit uns ihre Not.
Dann ging es noch zum Grenzlandturm.
Dort wehte ein ganz hübscher Sturm
von dem Böhmerwald herab,
brachte uns ganz schön in Trab.
Der Ausflug am Dienstag zur Quelle der Saal’
wurde zwar nicht für die Seele zur Qual,
doch mußte ein Urwald werden durchquert
und sehr viel Wasser und Schnee hat gestört.
Oft ging es über Stein und Stock,
gehoben werden mußt’ der Rock.
Ein Kind, das sich in den Bach gebettet,
wurde noch schnell vor’m Ertrinken gerettet.
Der Mittwoch war kein reiner Segen;
es zeigte sich der Tag mit Regen.
Wer früh den Vortrag vom Abt verfehlte,
bekam deswegen keine Schelte.
Nur, wer den Vortrag schon vernommen,
hat nochmal das Gleiche zu hören bekommen.
Am Donnerstag war es dann soweit:
Es war kalt, es hat geschneit
und wegen dieser Winterschmerzen
brannten zur Messe keine Kerzen.
Seitdem hat Mesner blauen Fleck
durch Rippenstoß von Opasek.
Doch vorher - und das muß ich sagen -
tat sich ein Dutzend Leute plagen!
Die machten einen Großeinsatz,
zu reinigen den Feuerplatz.
Der ganze Schmutz von ein paar Jahren
wurde aufgeladen und weg gefahren,
wodurch sich verschoben hat gehabt
die Dichterlesung von Vater Abt.
Er hatte Verständnis, ihn hat’s nicht gestört,
und wir hätten gerne noch mehr gehört,
als er tags darauf Gedichte vorlas
und erzählte, daß man die Uhrzeit vergaß.
Am Karfreitag war es frisch
und zu den Mahlzeiten gab’s Fisch.
Fisch will bekanntlich schwimmen -
doch es scheint was nicht zu stimmen,
das Stüberl war - ich sag’s verdrossen -
an diesem Tag schon wieder g’schlossen.
Was Wunder, daß der Umsatz groß,
als gestern wieder alles floß.
Zu sechzig Prozent aus Wasser besteht
der Mensch, sofern es normal zugeht,
doch ist er vertrocknet und ohne Ruh’,
hat das Stüberl zwei Tag’ nacheinander zu! -
Karfreitag Abend - Passion von Bach.
Der Besuch war ziemlich schwach
und manche gingen mittendrin -
zu Bette wohl - wo sonst denn hin?
Nun hab’ ich etwas nachzutragen,
das möcht’ ich unbedingt noch sagen:
Das Kommen der einzelnen Personen
erinnert an Tröpfcheninfusionen;
erheiternd wirkt es, höret man:
Der Letzte kam erst gestern an!
Karsamstag war seit alten Zeiten
die letzte Frist, Ostern vorzubereiten.
Der Abt und der Richter fuhren zur Stadt,
zu besorgen das, was bestellt man hat.
Zum Schrecken des Mesners brachten sie nichts dergleichen -
außer ein paar vollen Bäuchen.
Doch muß den Richter ich sehr loben:
Nie zeigte er sich so - „herab von oben“ -.
Er hat seine Sache sehr gut gemacht
und immer gerne mitgelacht.
Am Abend war es dann soweit:
Ein Scheiterhaufen stand bereit,
das Osterfeuer zu entzünden,
die Auferstehung zu verkünden.
Doch, es schneit im Dörflein Franken,
und voller skeptischer Gedanken
blickt man zum Platze, den man kennt.
Ob das Feuer wohl auch brennt?
Ein Lob dem Oberfeuerwerker,
dem Müller, denn der war viel stärker,
als des Winters letztes Zucken
mit Sturmgebraus und Flocken spucken.
Hellauf loderten die Flammen,
fraßen Holz um Holz zusammen.
Doch heute morgen war noch Glut
und die Kinder fanden’s gut.
Sie schürten und heizten den wärmenden Schimmer
ich glaub’, das Feuer brennt noch immer!
Mög’ in uns es weiter brennen,
denn morgen müssen wir uns trennen.
Ich komm’ zum Schluß und möcht’ es wagen,
etwas auf „bömmisch“ Euch zu sagen:
Des bömmischen Löwen Dóppelschweifigkeit
is’ sich héraldisches Pródukt von íebergrosser Freindlichkeit!
Samstag, 3. April 1982
Samstag, 30. Januar 1982
GPS Aschau 1982
Ein paar von Ihnen kennen mich
vom Vorjahr her, ganz sicherlich,
wo ich zum Faschingsseminar
brachte ein paar Verse dar.
Mit ein paar frischgeback´nen Sätzen
fang ich jetzt einfach an zu schwätzen,
über das, was wir vernahmen,
seit wir hier zusammenkamen.
Der Bericht aus dem Landtag gestern Abend
war unterhaltsam und erlabend,
denn das Erziehungs- und Unterrichtswesen
soll von der A Sch O nun genesen,
damit zur Schand´ nicht wird ein „Schanderl“
in unser´m lieben Bayernlanderl.
Des weiteren war zu vermerken,
daß die Errichtung von Kitsch-Kunstwerken
in Zukunft auch dem Zivilist -
nicht nur dem Staat - gestattet ist.
Es folgte eine ernste Chose:
Der Wohnungsbau für Arbeitslose.
Zwar liegt der Sozialpfandbrief
auf Bundesebene noch schief,
doch will man Faulenzer belohnen
durch das Programm „Sozialer Wohnen“!
Die Diskussion erbrachte dann
die Sache mit dem Türkisch-Mann.
Die Türken werden mehr und mehr! -
Der Prinz Eugen muß wieder her!
Anschließend mußten wir verdauen,
dass in der BRD die Frauen
beileibe keine Neger sind;
woran ich keinen Zweifel find´!
Schließlich war es schon nach Zehn
und man fing an, ins Bett zu geh´n.
Ein paar Leut´hab´n sich sehr geschunden,
sie brauchten dazu noch drei Stunden.
Mit einem Kanon fing alsdann
am andern Tag die „Arbeit“ an.
Zuerst war da der Ökonomismus,
dicht gefolgt vom Kollektivismus,
die Zonen des Elends folgten sodann -
es fing also mit den Konfliktfeldern an.
Arbeit. - Arbeit! Wer hätte gedacht,
daß Arbeit soviel Arbeit macht!
Eineinhalb Stunden nur Arbeit, oh Qual,
eine halbe Stunde für´s Kapital!
Dies Verhältnis paßt zu uns´ren Kreisen,
täglich auf´s Neue tut sich´s erweisen:
Sehr viel Arbeit muß man erbringen
um ein klein wenig Kapital zu erringen!
Der Aktionär ist dumm und frech.
(Und außerdem hat er meistens Pech!)
Dumm ist er, weil er Aktien erlangt
und frech, weil er dafür Geld verlangt!
Ein Tonbild beschloß den Samstag-Morgen,
besschrieb noch einmal Arbeit und Sorgen.
Ein Lichtblick war das Mittagessen -
Arbeit (und Regen) war´n für´s Erste vergessen.
Ich übergeh´ den Nachmittag. -
Vier Leute hatten ihre Plag´,
ihre Thesen zu beweisen
in vier verschied´nen Arbeitskreisen.
Und morgen? Morgen? Was da ist?
Ich weiß nicht, ich bin kein Futurist,
bin nicht Prophet, nur Konsument,
bin daher hier auch schon am End´
und will mich jetzt damit begnügen,
zu wünschen Euch noch "Viel Vergnügen!"
vom Vorjahr her, ganz sicherlich,
wo ich zum Faschingsseminar
brachte ein paar Verse dar.
Mit ein paar frischgeback´nen Sätzen
fang ich jetzt einfach an zu schwätzen,
über das, was wir vernahmen,
seit wir hier zusammenkamen.
Der Bericht aus dem Landtag gestern Abend
war unterhaltsam und erlabend,
denn das Erziehungs- und Unterrichtswesen
soll von der A Sch O nun genesen,
damit zur Schand´ nicht wird ein „Schanderl“
in unser´m lieben Bayernlanderl.
Des weiteren war zu vermerken,
daß die Errichtung von Kitsch-Kunstwerken
in Zukunft auch dem Zivilist -
nicht nur dem Staat - gestattet ist.
Es folgte eine ernste Chose:
Der Wohnungsbau für Arbeitslose.
Zwar liegt der Sozialpfandbrief
auf Bundesebene noch schief,
doch will man Faulenzer belohnen
durch das Programm „Sozialer Wohnen“!
Die Diskussion erbrachte dann
die Sache mit dem Türkisch-Mann.
Die Türken werden mehr und mehr! -
Der Prinz Eugen muß wieder her!
Anschließend mußten wir verdauen,
dass in der BRD die Frauen
beileibe keine Neger sind;
woran ich keinen Zweifel find´!
Schließlich war es schon nach Zehn
und man fing an, ins Bett zu geh´n.
Ein paar Leut´hab´n sich sehr geschunden,
sie brauchten dazu noch drei Stunden.
Mit einem Kanon fing alsdann
am andern Tag die „Arbeit“ an.
Zuerst war da der Ökonomismus,
dicht gefolgt vom Kollektivismus,
die Zonen des Elends folgten sodann -
es fing also mit den Konfliktfeldern an.
Arbeit. - Arbeit! Wer hätte gedacht,
daß Arbeit soviel Arbeit macht!
Eineinhalb Stunden nur Arbeit, oh Qual,
eine halbe Stunde für´s Kapital!
Dies Verhältnis paßt zu uns´ren Kreisen,
täglich auf´s Neue tut sich´s erweisen:
Sehr viel Arbeit muß man erbringen
um ein klein wenig Kapital zu erringen!
Der Aktionär ist dumm und frech.
(Und außerdem hat er meistens Pech!)
Dumm ist er, weil er Aktien erlangt
und frech, weil er dafür Geld verlangt!
Ein Tonbild beschloß den Samstag-Morgen,
besschrieb noch einmal Arbeit und Sorgen.
Ein Lichtblick war das Mittagessen -
Arbeit (und Regen) war´n für´s Erste vergessen.
Ich übergeh´ den Nachmittag. -
Vier Leute hatten ihre Plag´,
ihre Thesen zu beweisen
in vier verschied´nen Arbeitskreisen.
Und morgen? Morgen? Was da ist?
Ich weiß nicht, ich bin kein Futurist,
bin nicht Prophet, nur Konsument,
bin daher hier auch schon am End´
und will mich jetzt damit begnügen,
zu wünschen Euch noch "Viel Vergnügen!"
Samstag, 16. Mai 1981
Christian Popp 60
HYMNUS LAUDATIONIS
PRO CHRISTIANUM POPP,
DIRECTOR MUSICAE ECCLESIENSIS,
PROPTER DISTRIBUTIONEM NUMMI HONORIS
DE LITTERA C PASTORALITER
AD DIEM NATALEM SEXAGINTAM.
Zu Deutsch:
Loblied
für Christian Popp,
Kirchenmusik-direktor,
wegen der Verleihung
des Ordens
vom pastoralen C
zum 60. Geburtstag.
Bevor ich geh’ in medias res,
gesteh’ ich, daß ich sehr nervös,
dieweil ich sehr gewissenhaft -
und manche Daten fehlerhaft.
Ich möchte mich entschuldigen,
eh’ ich beginn’ zu huldigen
und gebe Kritikern gemessen
die zwei folgenden Adressen:
Günter Reischl, der tenorige,
honorige, motorige,
versuchte in zwei langen Stunden
alle Umständ’ zu erkunden;
doch lag, wie’s scheint, ein böser Fluch
auf diesem Anzapfungsversuch.
Objekt war Popp, die altige,
gesangs- und stimmgewaltige,
die sich, dank Datenschutzgesetzen,
erfolgreich konnte widersetzen,
sodaß die Antworten vieler Fragen
mosaikartig mußten zusammengetragen,
sortiert, filtriert, geordnet werden.
Soweit die Adressen für Beschwerden!
Nun geh’ ich’s an, bin nicht zu halten,
will jetzt mein Loblied frei gestalten.
Die Einleitung habt Ihr vernommen,
so laßt uns jetzt zur Sache kommen.
Die „Sache“ erblickte das Licht der Welt,
als wertlos wurde deutsches Geld,
als die Währung wurde ranzig.
Das war im Jahre einundzwanzig.
Als Sohn von Eltern, sehr gestrengen,
beugte er sich deren Zwängen
und fernab jeglicher Lausbubenstreiche
spielt’ er drei Stunden täglich „Geiche“.
Ich könnte Zeugen lassen nahen,
die nie ihn ohne Kasten sahen.
Er war ein äußerst braves Kind,
wie man so leicht kein zweites find’t
und dank seinem großen Fleiße
errang er Virtuosenpreise
und konnt’ - so konnt’ ich’s eruieren -
mit sechzehn schon Musik studieren.
Namhafte Musikpädagogen
haben ihn musisch groß gezogen.
Er lernte - und es machte Spaß! -
besonders bei Professor Haas.
Als er gerad’ besonders fleißig,
kam Krieg, im Jahre neununddreißig.
Und statt Pauken und Trompeten
dröhnten Kanonen und Musketen.
Es verstummten alle Geigen.
Das weitere will ich verschweigen.
Schließlich, in Kriegsgefangenschaft,
erwies sich als rettende Eigenschaft
die Fähigkeit, zu improvisieren,
fehlende Stimmen zu komponieren
(den Russen so zu imponieren).
Arrangements frei zu gestalten,
das konnte ihn letztlich am Leben halten.
Kaum wieder da, versammelte er in Scharen
alle bayerischen Musiker, die arbeitslos waren,
um in München, mit ihm selbst an der Spitzen,
zu bewirken ein erstes „Opernaufblitzen“.
So konnten sich gegenseitig retten
er - und die Bühne der Marionetten.
Und bald schon - es kommt mir fast märchenhaft vor -
da war er sein eig’ner Theaterdirektor.
So gingen ein paar Jährchen hin,
mal mit Verlust, mal mit Gewinn,
wobei ihm treu zur Seite stand
die Frau, mit der er sich verband.
Sie war ihm stets ein guter Geist,
was sich auch heut’ noch oft beweist,
denn, wenn er ihr die Meinung geigt,
ist sie’s, die liebend, duldend schweigt.
Gar viel verdankt er seiner Frau;
sie führte die Bücher stets peinlich genau,
hielt jeder Rechnungsprüfung stand.
Geschäftstüchtig, exakt, gewandt,
erfaßte sie alle Spesen und Kosten,
trug ein ihm den Opernrevisorposten.
Es folgten noch Konzerttourneen.
Ihr solltet die Kritiken sehen,
sie waren stets des Lobes voll;
mit einem Worte: einfach toll!
Ein Höhepunkt in seinem Leben!
Doch hört! Er fand noch Zeit daneben
für den Kirchenchor St. Augustin.
Der konnte daraus Nutzen zieh’n,
an Ansehen wachsen und an Sängern
zum Wohl von vielen Kirchengängern.
Der Kirchenchor von Berg-am-Laim,
(wie find’ ich darauf einen Reim?)
zwar schon berühmt, scheut keine Mühen,
den Popp zu sich heran zu ziehen,
und er und ein paar gute Leute
werden St. Michael zur Beute.
Nun wirkt er hier als Chorregent,
obwohl er Größ’res leisten könnt’!
Mit großen Namen hier im Land’
verbindet ihn ein Freundschaftsband.
Dies geistig Band in seinem Leben,
gewoben wird es aus dem Streben
nach musikalischer Vollendung.
Aufgabe ist’s, Berufung, Sendung.
Es strahlt nach Müh’ und Plag’ zurück
vom Schaffensglück ein kleines Stück
und birgt in sich die große Kraft,
daß wieder er ‘was Neues schafft.
Wir wollen gern ihn unterstützen.
Mög’s ihm, uns, allen beiden nützen!
Schulmeistern liebt und kann er sehr
und kommt ihm etwas in die Quer’,
so wird er grob und ungebührlich.
Ich fürchte, ich werde zu ausführlich!
Nie ließe er sich daran hindern,
uns zu erzähl’n von seinen Kindern,
die außerdem viel besser wüßten,
wie sie den Mund aufreißen müßten!
Die eig’nen Kinder meint er nicht,
wenn solcherart er davon spricht.
Er meint die, die er unterrichtet.
Dies kund zu tun, bin ich verpflichtet.
Nun komm’ ich - es ist höchste Zeit -
zu seinem Verhältnis zur Geistlichkeit.
Es ist, das sage ich ganz offen,
geprägt durch sein gar innig Hoffen,
daß er schon fünf Minuten vor
dem Beginn hört, was der Chor
in einer Messe singen muß.
Jedoch der Liturgieausschuß
hat dies bisher stets hintertrieben.
So ist die Hoffnung ihm geblieben.
Man läge aber völlig schief,
sähe man das nicht positiv.
Die pop-music und Popp-Musik
sei Schlußstein in dem Mosaik
aus Vermutungen und Fakten.
Ich möcht’ mich in den nächsten Takten
mit dem Unterschied befassen,
der ganz leicht ist zu erfassen:
Er besteht aus einem „P“,
das, wenn ich es vor mir seh’,
mich beruhigt und friedlich stimmt,
das aber, wenn man fort es nimmt
mich gereizt und unruhig macht
und mich ärgert, daß es kracht!
Das eine „P“ verkörpert trennende Welten.
Ich hoff’, es mög’ die Popp-Musik noch gelten,
wenn nach der pop-music kein Hahn mehr kräht,
wenn sie schon längst vom Zeitlauf fort geweht!
Nun laßt uns, ohne viel zu schreien,
endlich den Orden ihm verleihen,
den Orden vom pastoralen „C“.
Ihr fragt, wofür das „C“ denn steh’?
Gern geb’ ich Antwort Euch, schweigt also still,
weil ich’s Euch nun genau erklären will:
C
Ihr seht vor Euch ein „C“ in Gold -
wie glänzt und schimmert es so hold!
Seht Ihr es so vor Eurem Blick,
so steht’s für Cäcilie, die Patronin der Musik,
ist daher stets in Gold zu tragen
an allen Sonn- und Feiertagen.
Wenn ich dies „C“
nun einmal dreh’,
so leuchtet’s silbern zu Euch hin
verbirgt auch so gar viele Sinn´:
So steht’s für Chor, für Chorregent,
und für ein ganzes Regiment
von Komponisten, deren Nam’
alle ein „C“ am Anfang ha’m.
Chopin, Casella, Cavaliere,
Cherubini, Casali - habe die Ehre! -
Cornelius und Chimarosa
Clementi, Corelli ...(wer mag da no sa?)
der Couperin und der Caccini ...
und ganz zum Schluß der Casciolini;
gewissermaßen am Totenbett.
(Sein Requiem ist gar zu nett!)
Soweit des „C“s hehre Bedeutung.
Es gibt noch eine and´re Deutung.
Nämlich: Das Gold steht für den Tag,
da man Casali aufführ´n mag.
Casali ist mit seinen Messen
für uns ein wahrhaft Sonntagsessen.
Werktäglich silbern und unbequem
ist Casciolini´s Requiem.
Dies, Christian, sei dir bewußt,
trägst Du das „C“ auf Deiner Brust!
So reich’ den Orden ich Dir dar
und wünsch’: Trag’ ihn noch viele Jahr’,
Dir und uns zu Freud´ und Nutzen.
Gelegentlich mußt ihn halt putzen!
PRO CHRISTIANUM POPP,
DIRECTOR MUSICAE ECCLESIENSIS,
PROPTER DISTRIBUTIONEM NUMMI HONORIS
DE LITTERA C PASTORALITER
AD DIEM NATALEM SEXAGINTAM.
Zu Deutsch:
Loblied
für Christian Popp,
Kirchenmusik-direktor,
wegen der Verleihung
des Ordens
vom pastoralen C
zum 60. Geburtstag.
Bevor ich geh’ in medias res,
gesteh’ ich, daß ich sehr nervös,
dieweil ich sehr gewissenhaft -
und manche Daten fehlerhaft.
Ich möchte mich entschuldigen,
eh’ ich beginn’ zu huldigen
und gebe Kritikern gemessen
die zwei folgenden Adressen:
Günter Reischl, der tenorige,
honorige, motorige,
versuchte in zwei langen Stunden
alle Umständ’ zu erkunden;
doch lag, wie’s scheint, ein böser Fluch
auf diesem Anzapfungsversuch.
Objekt war Popp, die altige,
gesangs- und stimmgewaltige,
die sich, dank Datenschutzgesetzen,
erfolgreich konnte widersetzen,
sodaß die Antworten vieler Fragen
mosaikartig mußten zusammengetragen,
sortiert, filtriert, geordnet werden.
Soweit die Adressen für Beschwerden!
Nun geh’ ich’s an, bin nicht zu halten,
will jetzt mein Loblied frei gestalten.
Die Einleitung habt Ihr vernommen,
so laßt uns jetzt zur Sache kommen.
Die „Sache“ erblickte das Licht der Welt,
als wertlos wurde deutsches Geld,
als die Währung wurde ranzig.
Das war im Jahre einundzwanzig.
Als Sohn von Eltern, sehr gestrengen,
beugte er sich deren Zwängen
und fernab jeglicher Lausbubenstreiche
spielt’ er drei Stunden täglich „Geiche“.
Ich könnte Zeugen lassen nahen,
die nie ihn ohne Kasten sahen.
Er war ein äußerst braves Kind,
wie man so leicht kein zweites find’t
und dank seinem großen Fleiße
errang er Virtuosenpreise
und konnt’ - so konnt’ ich’s eruieren -
mit sechzehn schon Musik studieren.
Namhafte Musikpädagogen
haben ihn musisch groß gezogen.
Er lernte - und es machte Spaß! -
besonders bei Professor Haas.
Als er gerad’ besonders fleißig,
kam Krieg, im Jahre neununddreißig.
Und statt Pauken und Trompeten
dröhnten Kanonen und Musketen.
Es verstummten alle Geigen.
Das weitere will ich verschweigen.
Schließlich, in Kriegsgefangenschaft,
erwies sich als rettende Eigenschaft
die Fähigkeit, zu improvisieren,
fehlende Stimmen zu komponieren
(den Russen so zu imponieren).
Arrangements frei zu gestalten,
das konnte ihn letztlich am Leben halten.
Kaum wieder da, versammelte er in Scharen
alle bayerischen Musiker, die arbeitslos waren,
um in München, mit ihm selbst an der Spitzen,
zu bewirken ein erstes „Opernaufblitzen“.
So konnten sich gegenseitig retten
er - und die Bühne der Marionetten.
Und bald schon - es kommt mir fast märchenhaft vor -
da war er sein eig’ner Theaterdirektor.
So gingen ein paar Jährchen hin,
mal mit Verlust, mal mit Gewinn,
wobei ihm treu zur Seite stand
die Frau, mit der er sich verband.
Sie war ihm stets ein guter Geist,
was sich auch heut’ noch oft beweist,
denn, wenn er ihr die Meinung geigt,
ist sie’s, die liebend, duldend schweigt.
Gar viel verdankt er seiner Frau;
sie führte die Bücher stets peinlich genau,
hielt jeder Rechnungsprüfung stand.
Geschäftstüchtig, exakt, gewandt,
erfaßte sie alle Spesen und Kosten,
trug ein ihm den Opernrevisorposten.
Es folgten noch Konzerttourneen.
Ihr solltet die Kritiken sehen,
sie waren stets des Lobes voll;
mit einem Worte: einfach toll!
Ein Höhepunkt in seinem Leben!
Doch hört! Er fand noch Zeit daneben
für den Kirchenchor St. Augustin.
Der konnte daraus Nutzen zieh’n,
an Ansehen wachsen und an Sängern
zum Wohl von vielen Kirchengängern.
Der Kirchenchor von Berg-am-Laim,
(wie find’ ich darauf einen Reim?)
zwar schon berühmt, scheut keine Mühen,
den Popp zu sich heran zu ziehen,
und er und ein paar gute Leute
werden St. Michael zur Beute.
Nun wirkt er hier als Chorregent,
obwohl er Größ’res leisten könnt’!
Mit großen Namen hier im Land’
verbindet ihn ein Freundschaftsband.
Dies geistig Band in seinem Leben,
gewoben wird es aus dem Streben
nach musikalischer Vollendung.
Aufgabe ist’s, Berufung, Sendung.
Es strahlt nach Müh’ und Plag’ zurück
vom Schaffensglück ein kleines Stück
und birgt in sich die große Kraft,
daß wieder er ‘was Neues schafft.
Wir wollen gern ihn unterstützen.
Mög’s ihm, uns, allen beiden nützen!
Schulmeistern liebt und kann er sehr
und kommt ihm etwas in die Quer’,
so wird er grob und ungebührlich.
Ich fürchte, ich werde zu ausführlich!
Nie ließe er sich daran hindern,
uns zu erzähl’n von seinen Kindern,
die außerdem viel besser wüßten,
wie sie den Mund aufreißen müßten!
Die eig’nen Kinder meint er nicht,
wenn solcherart er davon spricht.
Er meint die, die er unterrichtet.
Dies kund zu tun, bin ich verpflichtet.
Nun komm’ ich - es ist höchste Zeit -
zu seinem Verhältnis zur Geistlichkeit.
Es ist, das sage ich ganz offen,
geprägt durch sein gar innig Hoffen,
daß er schon fünf Minuten vor
dem Beginn hört, was der Chor
in einer Messe singen muß.
Jedoch der Liturgieausschuß
hat dies bisher stets hintertrieben.
So ist die Hoffnung ihm geblieben.
Man läge aber völlig schief,
sähe man das nicht positiv.
Die pop-music und Popp-Musik
sei Schlußstein in dem Mosaik
aus Vermutungen und Fakten.
Ich möcht’ mich in den nächsten Takten
mit dem Unterschied befassen,
der ganz leicht ist zu erfassen:
Er besteht aus einem „P“,
das, wenn ich es vor mir seh’,
mich beruhigt und friedlich stimmt,
das aber, wenn man fort es nimmt
mich gereizt und unruhig macht
und mich ärgert, daß es kracht!
Das eine „P“ verkörpert trennende Welten.
Ich hoff’, es mög’ die Popp-Musik noch gelten,
wenn nach der pop-music kein Hahn mehr kräht,
wenn sie schon längst vom Zeitlauf fort geweht!
Nun laßt uns, ohne viel zu schreien,
endlich den Orden ihm verleihen,
den Orden vom pastoralen „C“.
Ihr fragt, wofür das „C“ denn steh’?
Gern geb’ ich Antwort Euch, schweigt also still,
weil ich’s Euch nun genau erklären will:
C
Ihr seht vor Euch ein „C“ in Gold -
wie glänzt und schimmert es so hold!
Seht Ihr es so vor Eurem Blick,
so steht’s für Cäcilie, die Patronin der Musik,
ist daher stets in Gold zu tragen
an allen Sonn- und Feiertagen.
Wenn ich dies „C“
nun einmal dreh’,
so leuchtet’s silbern zu Euch hin
verbirgt auch so gar viele Sinn´:
So steht’s für Chor, für Chorregent,
und für ein ganzes Regiment
von Komponisten, deren Nam’
alle ein „C“ am Anfang ha’m.
Chopin, Casella, Cavaliere,
Cherubini, Casali - habe die Ehre! -
Cornelius und Chimarosa
Clementi, Corelli ...(wer mag da no sa?)
der Couperin und der Caccini ...
und ganz zum Schluß der Casciolini;
gewissermaßen am Totenbett.
(Sein Requiem ist gar zu nett!)
Soweit des „C“s hehre Bedeutung.
Es gibt noch eine and´re Deutung.
Nämlich: Das Gold steht für den Tag,
da man Casali aufführ´n mag.
Casali ist mit seinen Messen
für uns ein wahrhaft Sonntagsessen.
Werktäglich silbern und unbequem
ist Casciolini´s Requiem.
Dies, Christian, sei dir bewußt,
trägst Du das „C“ auf Deiner Brust!
So reich’ den Orden ich Dir dar
und wünsch’: Trag’ ihn noch viele Jahr’,
Dir und uns zu Freud´ und Nutzen.
Gelegentlich mußt ihn halt putzen!
Freitag, 30. Januar 1981
GPS Aschau 1981 - CAH
Ich bin kein Pastoralassistent,
bin auch kein Diakon.
Es ist nicht die Frage, ob ich´s könnt -
ich glaub´, Sie verstehen mich schon.
Ich bin - Sie sehen es mir an -
aus fernem Land ein Scheich.
Gebor´n im Lande Frankistan
im bay´rischen Bereich.
Verschied´ne von Ihnen kennen mich
bereits vom vorigen Jahr,
wo ich als Raucher ganz fürchterlich
und äußerst unzufrieden war.
Zwar rauch´ ich heuer immer noch,
hab´ mich kein´n Deut gewandelt
und blaue Wolken steigen hoch,
wenn man mit mir verhandelt.
Doch möchte ich vom blauen Dunst
kein Wort mehr heut´ verlieren.
Gepriesen sei die Verse-Kunst,
wenn´s gilt, zu kritisieren.
Nun fang´ ich an, sperrt auf das Ohr
und rückt mir jetzt ganz nah.
Fast steigt die Galle mir empor,
denk´ ich an C A H !
Da wird auf höherem Niveau
gegründet ein Vereinchen.
Zu welchem Zwecke? Sowoeso -
nur um zu sammeln Scheinchen!
Dabei gibt´s schon den V d K ,
die Kriegsgräberfürsorge-Leute,
die Caritas, das B R K -
sie alle wollen Beute!
Man sammelt für Innere Mission,
das Werk genesender Mütter,
die Arbeiterwohlfahrt will ihren Lohn -
nun sei ein Samariter!
Vergiß auch nicht Misereor,
die Aussätzigen, die Blinden,
die Tauben schreien dir ins Ohr,
appellier´n an dein Empfinden.
Last, not least, Adveniat.
Mit Liste, Korb und Dose
man´s auf dich abgesehen hat,
ob du Rock trägst oder Hose.
Nun soll zu dieser Vereine Schar
sich noch ein weiterer gesellen.
Als Unterverein der Caritas zwar,
doch höre den Hund ich schon bellen:
Erstens, man will ja nur dein Bestes,
und das ist überall gleich auf der Welt;
man will, ungeacht´t des verbleibenden Restes,
von dir nichts and´res, als dein Geld!
Zweitens - und da seh´ ich Schwierigkeiten -
man braucht deine helfende Tat!
Nun sollst du von Türe zu Türe schreiten
als sammelndes Laienapostolat.
Beschlossen hat es der Verband.
Das sind die Leut´ von „oben“.
Die Ziele lob´ ich rings im Land -
allein, die Tat kann ich nicht loben!
Glaubt mir, die Ziele sind stets groß!
So ist´s bei allen Vereinen.
Des Gründers Idee - so tadellos!
Die Arbeit machen die Kleinen!
bin auch kein Diakon.
Es ist nicht die Frage, ob ich´s könnt -
ich glaub´, Sie verstehen mich schon.
Ich bin - Sie sehen es mir an -
aus fernem Land ein Scheich.
Gebor´n im Lande Frankistan
im bay´rischen Bereich.
Verschied´ne von Ihnen kennen mich
bereits vom vorigen Jahr,
wo ich als Raucher ganz fürchterlich
und äußerst unzufrieden war.
Zwar rauch´ ich heuer immer noch,
hab´ mich kein´n Deut gewandelt
und blaue Wolken steigen hoch,
wenn man mit mir verhandelt.
Doch möchte ich vom blauen Dunst
kein Wort mehr heut´ verlieren.
Gepriesen sei die Verse-Kunst,
wenn´s gilt, zu kritisieren.
Nun fang´ ich an, sperrt auf das Ohr
und rückt mir jetzt ganz nah.
Fast steigt die Galle mir empor,
denk´ ich an C A H !
Da wird auf höherem Niveau
gegründet ein Vereinchen.
Zu welchem Zwecke? Sowoeso -
nur um zu sammeln Scheinchen!
Dabei gibt´s schon den V d K ,
die Kriegsgräberfürsorge-Leute,
die Caritas, das B R K -
sie alle wollen Beute!
Man sammelt für Innere Mission,
das Werk genesender Mütter,
die Arbeiterwohlfahrt will ihren Lohn -
nun sei ein Samariter!
Vergiß auch nicht Misereor,
die Aussätzigen, die Blinden,
die Tauben schreien dir ins Ohr,
appellier´n an dein Empfinden.
Last, not least, Adveniat.
Mit Liste, Korb und Dose
man´s auf dich abgesehen hat,
ob du Rock trägst oder Hose.
Nun soll zu dieser Vereine Schar
sich noch ein weiterer gesellen.
Als Unterverein der Caritas zwar,
doch höre den Hund ich schon bellen:
Erstens, man will ja nur dein Bestes,
und das ist überall gleich auf der Welt;
man will, ungeacht´t des verbleibenden Restes,
von dir nichts and´res, als dein Geld!
Zweitens - und da seh´ ich Schwierigkeiten -
man braucht deine helfende Tat!
Nun sollst du von Türe zu Türe schreiten
als sammelndes Laienapostolat.
Beschlossen hat es der Verband.
Das sind die Leut´ von „oben“.
Die Ziele lob´ ich rings im Land -
allein, die Tat kann ich nicht loben!
Glaubt mir, die Ziele sind stets groß!
So ist´s bei allen Vereinen.
Des Gründers Idee - so tadellos!
Die Arbeit machen die Kleinen!
Sonntag, 6. Juli 1980
ABSCHIED VON KAPLAN CHARLES BORG-MANCHÉ IM JAHRE 1980
Als er kam, vor rund acht Jahr´,
trug er noch einen Talar,
war abhold jeder Weiblichkeit
und pflegte die Unnahbarkeit,
hielt sich die Frauen auf Distanz
und sonnte sich im Priesterglanz.
Der Priesterhut schenkte ihm Schatten
und auch seiner schwarzen Krawatten.
Doch auch für maltesische Gastarbeiter
dreht sich das Rad des Lebens weiter.
So hat man ihm - wohl über Nacht -
nicht nur den Volkstanz beigebracht.
Seither sieht man ihn häufig üben,
nichts kann in ihm die Tanzwut trüben;
er übt und übt die halbe Nacht.
So riesig ist der Frauen Macht!
Nun trägt er Sportsakkos und off´ne Hemden,
läßt nicht von Zwängen sich verfremden,
er geht auch an den Badestrand
das ist bei jung und alt bekannt.
Keiner weiß mehr, wie’s begann:
Es wurde der Charly aus dem Kaplan.
Der Schlaf wird bei ihm groß geschrieben.
Meist schläft er so bis etwa sieben
und rennt dann Vorsicht! Straße frei!
im Schweinsgalopp zur Sakristei.
Dort helfen ihm die Ministranten,
zu schlüpfen in die Meßgewanden
und schon siehst am Altar ihn steh´n.
Inzwischen ist es 7 Uhr 10.
Ausgiebig, fest und tief zu schlafen
ist das Vorrecht aller Braven
und ein weises Sprichwort spricht,
der, der da schläft, der sündigt nicht.
Auf jeden Fall wär´ es vermessen,
im Schlaf zu stör´n ihn nach dem Essen,
denn der Mittagsschlaf ist labend,
er speist die Kräfte für den Abend.
Jedoch im Sommer, zur Urlaubszeit,
- Charly hat Dienst, der Pfarrer ist weit -
da traut kein Kranker sich zu sterben
aus Angst, die Leich´ könnte verderben.
Wenn Charles nicht ausgeschlafen hat,
findet Beerdigung nicht statt,
Und weil wir g´rad beim Urlaub sind,
denk ich an Königsdorf geschwind.
Anstatt die Kinder zu bewachen,
nützt Charles die Zeit zum Urlaub machen.
Man muß jedoch auch anerkennen:
Wenn viele nach dem Fußball rennen,
ist er dabei und gibt sich Müh´!
Doch ohne Masseuse spielt er nie!
So gäb´s noch viele kleine Geschichten
von und über Charles zu berichten.
Wir wollen uns aber weise beschränken
und erst mal an die Berge denken.
Der Straßen mit Namen von Bergen gibt´s viel
bei uns und die wählten sich als Ziel
der Herr Pfarrer und sein Herr Stadtkaplan.
Sie gingen´s zunächst auch mächtig an,
doch der Herr Pfarrer tat so schnell laufen,
daß Charles seine Not hatte mit dem Schnaufen.
Er liebt auch nicht den MVV,
der Fahrplan ist zu ungenau.
Er fährt lieber mit dem Wagen,
Mühsal will er nicht ertragen.
So dauerte es ziemlich lang,
bis er sich auf ein Fahrrad schwang.
Das Radl tat er lieber schieben,
anstatt zu üben, üben, üben.
Jetzt kann er´s und fährt ohne Licht,
weil er sich denkt, dann sieht man´s nicht!
Eines muß ich noch erwähnen:
Charles liebt keine Kirchentränen.
Schon zweimal rief er tapfer aus:
„Die Kirche sei ein Freudenhaus!“
Ein Haus der Freude - ja, ganz gut!
jedoch, im Goetheinstitut,
in Brannenburg, er war ja dort
da lernt man, dass mit einem Wort
man ausdrückt, was sonst viel zu schwer
für Nicht-Deutsche zu lernen wär´!
Geduld, ich komme gleich zum Schluss,
weil schließlich alles enden muss.!
Als der Vertreter der KAB,
als der ich hier vor Ihnen steh,
hab ich noch was zu übergeben
als elektrische Hilfe im weiteren Leben.
Zum Schneiden des Brotes, der Frucht der Erde
und der menschlichen Arbeit, so sage ich, werde
im künftigen Pfarrhaushalt fleißig dienen
die Perle unter den Brotschneidmaschinen.
Ich wünsch´, lieber Charly, so darf ich doch sagen,
meine Bosheiten schlagen Dir nicht auf den Magen.
Ich wünsch´ Dir von Herzen das Allerbeste,
ich wünsch´ Dir viel Freude und fröhliche Feste.
Ich wünsch´ Dir Gesundheit, Gnade und Tugend,
ich wünsch´ Dir, ein Vorbild zu sein für die Jugend
und ich wünsch´ Dir, sitzt Du mal friedlich daheim,
dann denke mit Freude
an Berg am Laim!
trug er noch einen Talar,
war abhold jeder Weiblichkeit
und pflegte die Unnahbarkeit,
hielt sich die Frauen auf Distanz
und sonnte sich im Priesterglanz.
Der Priesterhut schenkte ihm Schatten
und auch seiner schwarzen Krawatten.
Doch auch für maltesische Gastarbeiter
dreht sich das Rad des Lebens weiter.
So hat man ihm - wohl über Nacht -
nicht nur den Volkstanz beigebracht.
Seither sieht man ihn häufig üben,
nichts kann in ihm die Tanzwut trüben;
er übt und übt die halbe Nacht.
So riesig ist der Frauen Macht!
Nun trägt er Sportsakkos und off´ne Hemden,
läßt nicht von Zwängen sich verfremden,
er geht auch an den Badestrand
das ist bei jung und alt bekannt.
Keiner weiß mehr, wie’s begann:
Es wurde der Charly aus dem Kaplan.
Der Schlaf wird bei ihm groß geschrieben.
Meist schläft er so bis etwa sieben
und rennt dann Vorsicht! Straße frei!
im Schweinsgalopp zur Sakristei.
Dort helfen ihm die Ministranten,
zu schlüpfen in die Meßgewanden
und schon siehst am Altar ihn steh´n.
Inzwischen ist es 7 Uhr 10.
Ausgiebig, fest und tief zu schlafen
ist das Vorrecht aller Braven
und ein weises Sprichwort spricht,
der, der da schläft, der sündigt nicht.
Auf jeden Fall wär´ es vermessen,
im Schlaf zu stör´n ihn nach dem Essen,
denn der Mittagsschlaf ist labend,
er speist die Kräfte für den Abend.
Jedoch im Sommer, zur Urlaubszeit,
- Charly hat Dienst, der Pfarrer ist weit -
da traut kein Kranker sich zu sterben
aus Angst, die Leich´ könnte verderben.
Wenn Charles nicht ausgeschlafen hat,
findet Beerdigung nicht statt,
Und weil wir g´rad beim Urlaub sind,
denk ich an Königsdorf geschwind.
Anstatt die Kinder zu bewachen,
nützt Charles die Zeit zum Urlaub machen.
Man muß jedoch auch anerkennen:
Wenn viele nach dem Fußball rennen,
ist er dabei und gibt sich Müh´!
Doch ohne Masseuse spielt er nie!
So gäb´s noch viele kleine Geschichten
von und über Charles zu berichten.
Wir wollen uns aber weise beschränken
und erst mal an die Berge denken.
Der Straßen mit Namen von Bergen gibt´s viel
bei uns und die wählten sich als Ziel
der Herr Pfarrer und sein Herr Stadtkaplan.
Sie gingen´s zunächst auch mächtig an,
doch der Herr Pfarrer tat so schnell laufen,
daß Charles seine Not hatte mit dem Schnaufen.
Er liebt auch nicht den MVV,
der Fahrplan ist zu ungenau.
Er fährt lieber mit dem Wagen,
Mühsal will er nicht ertragen.
So dauerte es ziemlich lang,
bis er sich auf ein Fahrrad schwang.
Das Radl tat er lieber schieben,
anstatt zu üben, üben, üben.
Jetzt kann er´s und fährt ohne Licht,
weil er sich denkt, dann sieht man´s nicht!
Eines muß ich noch erwähnen:
Charles liebt keine Kirchentränen.
Schon zweimal rief er tapfer aus:
„Die Kirche sei ein Freudenhaus!“
Ein Haus der Freude - ja, ganz gut!
jedoch, im Goetheinstitut,
in Brannenburg, er war ja dort
da lernt man, dass mit einem Wort
man ausdrückt, was sonst viel zu schwer
für Nicht-Deutsche zu lernen wär´!
Geduld, ich komme gleich zum Schluss,
weil schließlich alles enden muss.!
Als der Vertreter der KAB,
als der ich hier vor Ihnen steh,
hab ich noch was zu übergeben
als elektrische Hilfe im weiteren Leben.
Zum Schneiden des Brotes, der Frucht der Erde
und der menschlichen Arbeit, so sage ich, werde
im künftigen Pfarrhaushalt fleißig dienen
die Perle unter den Brotschneidmaschinen.
Ich wünsch´, lieber Charly, so darf ich doch sagen,
meine Bosheiten schlagen Dir nicht auf den Magen.
Ich wünsch´ Dir von Herzen das Allerbeste,
ich wünsch´ Dir viel Freude und fröhliche Feste.
Ich wünsch´ Dir Gesundheit, Gnade und Tugend,
ich wünsch´ Dir, ein Vorbild zu sein für die Jugend
und ich wünsch´ Dir, sitzt Du mal friedlich daheim,
dann denke mit Freude
an Berg am Laim!
Sonntag, 20. Januar 1980
GPS Aschau 1980
Ein gesellschaftspolitisches Seminar
gibt´s in Aschau in jedem Januar.
Es beginnt mit dem Essen am Freitag zur Nacht
und ist mit dem Essen am Sonntag vollbracht.
Dazwischen tummeln sich Referenten,
die gerne mehr sagten, wenn sie´s zeitlich könnten.
Doch sind sie gefesselt im Essens-Schema
und behandeln flüssig und fließend ihr Thema.
Sie sind auch geizig mit den Pausen.
Laissez faire - laß Worte sausen!
Der Aussprache dient der erste Ahmd, (=Abend)
es wird geschimpft, gefordert, gemahnt,
es geht um´s „C“ in einem Namen
und um den selbstgestrickten Rahmen.
Es geht - Sie gestatten den Seitenhieb -
oft im Prinzip - nur um´s Prinzip!
Dann kommt die Soziale Marktwirtschaft
nach allen Regeln der Wissenschaft
dicht gedrängt an uns´re Ohren.
es schwirrt von Fakten und Faktoren,
man hört von Quellen und Ressourcen,
vom Auf und Ab bei Börsenkursen,
von Ge- und Ver- und Ange-boten
und von Bedrohung durch Chaoten.
Dann läßt man sich den Kopf zerfrieren.
Feiner gesagt: Man geht spazieren.
Dann geht´s um Geld und Kapital,
sozial, sozialistisch, neutral, radikal.
Man hört von Zinsen und Renditen,
ist schließlich mit sich selbst zerstritten
und schleppt sich dann mit letzter Kraft
zum Abendessen. - Es ist geschafft!
Doch gleich darauf mußt du wieder antreten!
Geselliger Abend - Masken erbeten.
Begrabt nun Zorn und Parteienhaß.
Tanzt und seid lustig, ich wünsch Euch viel Spaß!
gibt´s in Aschau in jedem Januar.
Es beginnt mit dem Essen am Freitag zur Nacht
und ist mit dem Essen am Sonntag vollbracht.
Dazwischen tummeln sich Referenten,
die gerne mehr sagten, wenn sie´s zeitlich könnten.
Doch sind sie gefesselt im Essens-Schema
und behandeln flüssig und fließend ihr Thema.
Sie sind auch geizig mit den Pausen.
Laissez faire - laß Worte sausen!
Der Aussprache dient der erste Ahmd, (=Abend)
es wird geschimpft, gefordert, gemahnt,
es geht um´s „C“ in einem Namen
und um den selbstgestrickten Rahmen.
Es geht - Sie gestatten den Seitenhieb -
oft im Prinzip - nur um´s Prinzip!
Dann kommt die Soziale Marktwirtschaft
nach allen Regeln der Wissenschaft
dicht gedrängt an uns´re Ohren.
es schwirrt von Fakten und Faktoren,
man hört von Quellen und Ressourcen,
vom Auf und Ab bei Börsenkursen,
von Ge- und Ver- und Ange-boten
und von Bedrohung durch Chaoten.
Dann läßt man sich den Kopf zerfrieren.
Feiner gesagt: Man geht spazieren.
Dann geht´s um Geld und Kapital,
sozial, sozialistisch, neutral, radikal.
Man hört von Zinsen und Renditen,
ist schließlich mit sich selbst zerstritten
und schleppt sich dann mit letzter Kraft
zum Abendessen. - Es ist geschafft!
Doch gleich darauf mußt du wieder antreten!
Geselliger Abend - Masken erbeten.
Begrabt nun Zorn und Parteienhaß.
Tanzt und seid lustig, ich wünsch Euch viel Spaß!
Samstag, 19. Januar 1980
An die Raucher
Es hat sich in den letzten Jahren
gezeigt bei manchen Seminaren:
die Zahl der Raucher ist im Schwinden.
Die KAB kann´s stolz verkünden.
Nach dem Essen im Speisesaal,
leiden alle Raucher Qual.
Das Rauchen ist verboten hier,
gereicht dem Saale nicht zur zier.
Der Raucher flüchtet nach dem Mahle
entzugsgepeinigt aus dem Saale
und sucht sich eine Zufluchsstätte
zu rauchen eine Zigarette.
Nebenan, im kleinen Raum,
da ist es kalt, du glaubst es kaum.
Der Raucher friert und flüchtet wieder,
kältestarr sind seine Glieder.
Er sucht nach einem Aschenbecher
und kommt sich vor wie ein Verbrecher.
Endlich ist wieder Unterricht.
Doch Rauchen darf man hierbei nicht!
Die Nichtraucher fordern Toleranz,
verbieten dir das Rauchen ganz;
sie weiden sich an deinem Frust,
erhöhen dadurch ihre Lust.
Da stehst du nu, du armer Hund.
Nicht zu rauchen ist gesund.
Man will dir wohl, ist gut zu dir,
du merkst es nicht, du dummes Tier.
Du denkst nur noch mit voller Wucht,
wie du befriedigst deine Sucht.
Dich überfällt das große Zittern
kaum tust du eine Pause wittern,
eilst du hinaus, hinaus vor´s Haus,
ziehst dort den Glimmstengel heraus,
entzündest ihn mit großer Wonne.
Jetzt scheint für dich wieder die Sonne!
Jetzt lebst du wieder und bist froh,
der Staat freut sich ja sowieso.
Er finanziert mit deinem Geld
das, was ihn am Leben hält
und so ist´s leider unbestritten:
Die Nichtraucher sind Parasiten!
Ein großer Teil der Volkswirtschaft
bezieht durch´s Rauchen seine Kraft
und füllt durch´s Rauchen seine Kassen.
D´rum wollen wir Rauchen und rauchen lassen!
gezeigt bei manchen Seminaren:
die Zahl der Raucher ist im Schwinden.
Die KAB kann´s stolz verkünden.
Nach dem Essen im Speisesaal,
leiden alle Raucher Qual.
Das Rauchen ist verboten hier,
gereicht dem Saale nicht zur zier.
Der Raucher flüchtet nach dem Mahle
entzugsgepeinigt aus dem Saale
und sucht sich eine Zufluchsstätte
zu rauchen eine Zigarette.
Nebenan, im kleinen Raum,
da ist es kalt, du glaubst es kaum.
Der Raucher friert und flüchtet wieder,
kältestarr sind seine Glieder.
Er sucht nach einem Aschenbecher
und kommt sich vor wie ein Verbrecher.
Endlich ist wieder Unterricht.
Doch Rauchen darf man hierbei nicht!
Die Nichtraucher fordern Toleranz,
verbieten dir das Rauchen ganz;
sie weiden sich an deinem Frust,
erhöhen dadurch ihre Lust.
Da stehst du nu, du armer Hund.
Nicht zu rauchen ist gesund.
Man will dir wohl, ist gut zu dir,
du merkst es nicht, du dummes Tier.
Du denkst nur noch mit voller Wucht,
wie du befriedigst deine Sucht.
Dich überfällt das große Zittern
kaum tust du eine Pause wittern,
eilst du hinaus, hinaus vor´s Haus,
ziehst dort den Glimmstengel heraus,
entzündest ihn mit großer Wonne.
Jetzt scheint für dich wieder die Sonne!
Jetzt lebst du wieder und bist froh,
der Staat freut sich ja sowieso.
Er finanziert mit deinem Geld
das, was ihn am Leben hält
und so ist´s leider unbestritten:
Die Nichtraucher sind Parasiten!
Ein großer Teil der Volkswirtschaft
bezieht durch´s Rauchen seine Kraft
und füllt durch´s Rauchen seine Kassen.
D´rum wollen wir Rauchen und rauchen lassen!
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